Rund einen Monat war das Zentrum von Jesús für den Verkehr völlig gesperrt. Für das kurze „autofreie Stück“ von rund 150 Metern, musste der Verkehr rund einen Kilometer Umweg fahren. Und das auf vorher ruhigen Straßen. Das brachte die Anwohner wirklich auf die Palme. Sie protestierten gegen den starken Verkehr und hingen ihren Protest auf weißen Laken an ihre Grundstücks-Mauern. Santa Eulàrias Bürgermeisterin Carmen Ferrer versprach, dass zumindest eine Kamera gegen die Raser aufgestellt würde, die mit – so Aussagen der Anwohner – mit 100 km/h durch die Wohnstraßen donnerten.

Ab Freitag wieder freie Fahrt – mit Stau
Damit ist ab Freitag Schluss. Die Sperrung wird aufgehoben, der Verkehr fließt dann wie vorher – auch mit den Staus wie vorher auf der Straße aus Talamanca, wo Linksabbieger Mühe haben, in die Hauptstraße einzubiegen. Das lief bei der Sperrung besser. Da gab es nur eine Rechnung: nach rechts und dann zur Schnellstraße oder durch die einst ruhigen Straßen mit Protesten.
Die Öffnung wird auch die Restaurant-Betreiber wie Bon Lloc und Can Piscolabis nebst den Cafés freuen. Denn da gab es spürbar weniger Gäste. Und auch in der Einkaufspassage fehlte so mancher Kunde. Statt 50 Meter musste er durch die Umleitung einen Kilometer fahren. Da blieb so mancher weg.

Ziel der auf einen Monat begrenzten Aktion, die auch zum Dauerzustand hätte werden können und vielleicht auch sollen, war es, die Hauptstraße durch den Ort mit dem anschließenden Kreisel zu entlasten. Die Autofahrer sollten schon am Kreisel vor Jesús (also hinter „marc’s“) auf die Schnellstraße geleitet werden. So war der Plan, der aber zu Lasten der Anwohner und Geschäfte ging.
Anwohner und Geschäfte litten…
Mit der Meldung der Freigabe teilte das Rathaus in Santa Eulària – ist auch für Jesús zuständig – mit, dass jetzt die Erfahrungen und Daten ausgewertet und mit allen Betroffenen gesprochen würden. Danach soll dann eine Entscheidung fallen und auch Alternativen geprüft werden.
Wörtlich heißt es in der Pressemeldung:
Der Stadtrat betont, dass die Verkehrsberuhigung in den Stadtzentren der Gemeinden eine individuelle Fallanalyse anhand realer Daten erfordert, wobei sowohl die Sicherheit der Fußgänger als auch die täglichen Mobilitätsbedürfnisse der Anwohner berücksichtigt werden müssen. Im Fall von Jesús besteht eine der größten Herausforderungen darin, den Durchgangsverkehr im Stadtzentrum zu reduzieren, ohne das Problem auf andere Wohnstraßen zu verlagern.
Unsere Meinung: zurück zum alten System
Unsere Meinung von IbizaHEUTE: Am Tisch geplant, in der Praxis gescheitert. Wir glauben nicht, dass die Lösung heißt: Sperrung! Es wird wohl bleiben, wie es immer war: Die Autos dürfen weiter ins Zentrum von Jesús. Und man kann den Bekannten zuwinken, die auf der schmalen Terrasse im Bon Lloc ihren Kaffee trinken. So war es immer, und so wird es wohl auch bleiben…






