Dieter Abholte sagt: „Passen wir auf unsere Inseln auf. Seien wir vorsichtig. Die Brand-Katastrophen auf dem spanischen Festland, in Frankreich und Griechenland zeigen, wie schnell Wälder brennen und Menschen alles verlieren, was sie ein Leben lang aufgebaut haben. Und immer wieder verbrennen auch Menschen in den Flammen.“
Liebe Leser,

ich war ein paar Tage in Hamburg. Erledigen, was so immer mal wieder anfällt. Ziemlich lästig, aber notwendig. Viele von Ihnen werden das kennen. Aber auch Angenehmes war dabei. Dazu zähle ich meinen Besuch bei der „Sea Cloud Reederei“ an der Alster. Wir haben ein paar schöne Reisen auf den beiden Sea-Cloud-Seglern zusammen mit Carsten Sühring ausgesucht, dem Vertriebsleiter, ausgesucht. Hat Freude gemacht.
Das Flaggschiff, die „Sea Cloud Spirit“, wird im August zweimal Ibiza anlaufen: am 21. und am 23. August. Für mich ist der Anblick des Großseglers vor der Altstadt immer wieder ein faszinierender Anblick, wenn das Schiff seine fast 60 Meter hohen Masten in den Ibiza-Himmel streckt. Wir haben drei Leserreisen für das kommende Jahr festgelegt. Mittelamerika im März, dann das westliche Mittelmeer und die Inseln Griechenlands im Sommer. Wie, wann und wo, lesen Sie dann immer zeitnah im Magazin von IbizaHEUTE und auch hier auf unserem Online-Portal.
Auf dem Rückflug von Hamburg nach Ibiza wurden wir von den furchtbaren Waldbränden über Frankreich eingeholt. Die normale Route durfte wegen der Rauchentwicklung nicht geflogen werden. Routenänderung war nötig. Und da war der Luftraum eng. So eng, dass wir über eine Stunde in der Maschine saßen, bis die Starterlaubnis kam. Wenn man an die Menschen denkt, die vom Feuer bedroht sind und vor Feuer, Rausch und Hitze fliehen müssen – ganz gleich, ob Einwohner oder Urlauber: Da ist die Stunde Wartezeit im gekühlten Flieger ja lächerlich.
Wenn ich mir vorstelle, wie die Flammen in den Waldbrandgebieten in Spanien, Frankreich und nun auch Griechenland in wenigen Stunden das vernichten, wofür Menschen ihr ganzes Leben gearbeitet und gekämpft haben, ist das nur noch schrecklich. Da werden Existenzen vernichtet. Menschen verlieren ihre Häuser, ihre Heimat, ihr bisheriges Leben. Ich erinnere mich an den großen Waldbrand auf Ibiza im Norden in den Wäldern rund um Sant Joan. Im Jahr 2011 war es, also vor 15 Jahren.

Der Anlass war wahrscheinlich eine Kleinigkeit. Ein Imker soll mit seiner Rauchbüchse, die zur Beruhigung von Bienen benutzt wird, unabsichtlich und unbemerkt das Feuer ausgelöst haben. Es hatte ein Funke genügt, der erst glimmte, dann den Waldbrand auslöste. Innerhalb von wenigen Stunden brach die Hölle aus. Pinien explodierten in den Flammen. Das Feuer sprang von Baum zu Baum – oft über 30 oder 50 Meter weit.
Heftige Winde treiben das Feuer Kilometer um Kilometer weit. Feuerwehrleute kämpften Tag und Nacht gegen die Flammen. Löschflugzeuge starteten beim Morgengrauen und stellten erst ihre Flüge ein, als es Nacht wurde und sie in der Dunkelheit nicht mehr fliegen konnten. Drei Tage wütete das Feuer. Menschen, auch solche, die sonst nichts mit Gott im Sinn hatten, beteten in der Dorfkirche von Sant Joan. Das Feuer vernichtete die ersten Häuser und wälzte sich auf Sant Joan zu. Dann kam der erhoffte Regen.
Wir von IbizaHEUTE waren mit unseren Reportern vor Ort. Niemand von uns, wird das vergessen. Der dichte Rauch, der das Atmen zur Qual machte. Der Schein des Feuers auch in der Nacht. Das Dröhnen der Motoren der Löschflugzeuge. Die Sirenen der Feuerwehr. Und die Angst in den Gesichtern der Menschen. Niemand kam zum Glück zu Schaden. Anders als jetzt bei den großen Feuern in Spanien, Frankreich und Griechenland. Wo insgesamt mehr als 100.000 Menschen ihre Häuser, Ferienanlagen und Campingplätze verlassen mussten. Wo Menschen auf der Flucht in ihren Autos verbrannten und auch Feuerwehrleute ihr Leben lassen mussten. Sie hatten weniger Glück als wir damals auf Ibiza.

Solch eine große Katastrophe hat sich für die Inseln zum Glück nicht wiederholt. Es gab weitere Brände, auch in diesem Jahr. Doch sie konnten nach Stunden gelöscht werden. Die Insel hat viel für den Brandschutz getan. Schnell brennendes Unterholz wurde teilweise entfernt, Pinien gefällt, die zu dicht an Häusern standen. Dazu mähten die Gemeinden die Grasränder an den Straßen, damit keine aus dem Auto weggeworfene Zigarette – was noch immer Schwachsinnige machen – oder der heiße Katalysator eines abgestellten Autos den Brand auslöst. Leichtsinn ist meist die Brandursache. So wie bei einem der bisher größten Brände im Gebiet Ses Feixes bei Jesús, wo Hausbesetzer im Freien grillten…
Warum ich das in meinem Editorial schreibe? Weil mir im Flugzeug durch den verspäteten Abflug wegen der Rauchentwicklung über Frankreich mal wieder bewusst wurde, wie schnell eine solche Katastrophe da ist. Und was es für die Menschen bedeutet, wenn sie in wenigen Stunden alles verlieren, was sie ein Leben lang aufgebaut haben. Und sie noch dankbar sein müssen, dass sie zumindest nicht mit ihren Häusern verbrannten…
Passen wir mehr denn je auf Ibiza und Formentera auf. Die Inseln sind völlig ausgetrocknet. Und ein Funke beim Grillen, eine aus dem Auto weggeschnippte Zigarette kann reichen, um die Katastrophe auszulösen. Hoffen wir, dass wir auch dieses Jahr der Trockenheit weiter ohne Brände über den Sommer kommen.
Herzlichst, Ihr Dieter Abholte





