Modeladen mit Café

Graffiti auf denkmalgeschützter Finca sorgt für Ärger

Ein großflächiges Wandbild und weitere Illustrationen auf der Fassade einer denkmalgeschützten Finca in Ibizas Inselhauptstadt haben einen Streit mit den Denkmalschutzbehörden ausgelöst. Nach Angaben der Stadtverwaltung Eivissa ist die Bemalung des historischen Gebäudes Can Mosson nicht den geltenden Schutzbestimmungen vereinbar und muss entfernt werden.

Das traditionelle Bauernhaus Sa Punta de Dalt, besser bekannt als Can Mosson, zählt zu den wenigen erhaltenen Beispielen ländlicher Architektur, die heute noch im Stadtgebiet bestehen. Die Finca liegt gegenüber der weitläufigen Hotelanlage The Ibiza Twiins und wirkt inmitten der Hotelkomplexe sowie zahlreicher architektonisch wenig ansprechender Bauten aus den Anfangsjahren des Massentourismus an der Platja d’en Bossa wie ein Relikt aus einer anderen Epoche.

Nach einer umfassenden Umgestaltung dient das Anwesen als neuer Standort der australischen Modemarke Deus Ex Machina. Das Unternehmen kombiniert dort den Verkauf von Bekleidung mit einem Café-Betrieb. Für Aufsehen sorgt jedoch die neue Gestaltung der Außenfassade. Besonders ins Auge fällt ein schwarzes Wandbild eines Motorradfahrers im Café-Racer-Stil. An anderer Stelle der Fassade prangt zudem ein roter Helm mit Flügeln. Die Illustrationen haben nun die Denkmalschutzbehörden auf den Plan gerufen.

Hohe Schutzkategorie

Can Mosson steht unter Denkmalschutz und wurde vom Inselrat als schützenswertes Kulturgut eingestuft. Das Gebäude genießt nach Behördenangaben die Schutzkategorie „A“. Nach den Vorgaben des insularen Raumordnungsplans müssen Bauwerke dieser Kategorie aufgrund ihres hohen architektonischen Wertes und ihrer historischen Nutzung „in ihrem ursprünglichen Zustand“ erhalten werden. Zulässig sind lediglich Maßnahmen zur Sicherung, Erhaltung und Restaurierung.

Der Stadtverwaltung zufolge entsprechen die vorgenommenen Bemalungen der Fassade nicht den Vorschriften. Man werde die Verantwortlichen auffordern, diese „zu entfernen“. Zugleich stellte die Stadt klar, dass die eigentliche Zuständigkeit für den Schutz und die Überwachung des Gebäudes beim Inselrat liege.

Maradona zierte nicht lange die Fassade dieser Pizzeria. Foto: IH

Can Mosson wurde in den vergangenen Jahren als Restaurant genutzt. Bis vor rund zehn Jahren fanden dort zudem regelmäßig traditionelle Tanzveranstaltungen der Folkloregruppe Colla de Vila statt. Zum Anwesen gehört auch ein historischer Brunnen, der ebenfalls unter Denkmalschutz steht.

Maradonna in Großformat

Der Fall erinnert an einen ähnlichen Vorfall vor einem Jahr im touristisch geprägten Viertel La Marina. Damals hatte der aus Neapel stammende Eigentümer einer Pizzeria die Fassade eines historischen Gebäudes mit einem großflächigen Porträt des früheren argentinischen Fußballstars Diego Armando Maradona versehen. Da die Veränderungen gegen die Schutzauflagen der Altstadt verstießen, leitete die Stadtverwaltung ein Verfahren ein und ordnete die Wiederherstellung des ursprünglichen Erscheinungsbildes an.

 

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