IbizaHEUTE-Lokalgeflüster von Dieter Abholte

Vier Gastro-Erlebnisse hatte ich in der vergangenen Woche, die ich in die Kategorie „Erlebnis“ einordnen möchte. Im „Casa Colonial“ wirbelt Chef Wolfgang Lettner wieder herum wie in alten Zeiten und das, was ich gegessen habe, war einfach Klasse. Bei Marc Lindemann im „marc’s“ wanderte der erste Spargel aus dem Weltbesten Spargelgebiet Bruchsal auf die Teller der Gäste. Das Coco Beach feiert seine 20 Jahre am Strand und ist weiterhin die einmalige Mischung aus Top-Küche, Eleganz und lockerem Strandleben. Und ich habe mir einen Abend beim Sternekoch gegönnt und muss sagen: Das leiste ich mir gern mal wieder.

Aber der Reihe nach:

Chef Wolfgang und Marlene. Foto: MBA

Casa Colonial auf der Straße Eivissa-Santa Eulària

Wolfgang wirbelt wieder. Küche hervorragend. Sommerfest!

Ich glaube, nicht nur ich habe es lange vermisst: Die Art, wie Chef Wolfgang die Gäste begrüßt. Wie er durch sein „Casa“ wirbelt, bestens bei Essen und Wein berät und für Wohlfühl-Atmosphäre sorgt. Lange Zeit war das nicht so. Seitdem ein Motorradfahrer Wolfgang als Fußgänger ziemlich übel von der Straße gefegt hatte, litt der Casa Colonial-Chef an so starken Schmerzen, dass er nur noch ein Schatten seiner selbst war. Ärzte fanden den Grund nicht, aber ein Physiotherapeut. Der stellte fest, dass in Bein und Knie tieffliegende Hämatome sich so verkapselt hatten, dass davon bei jeder Bewegung wahnsinnige Schmerzen ausgingen.

Grund erkannt. Schmerzen beseitigt! Jetzt ist Wolfgang wieder der Gastgeber, den wir lieben. Dazu ist auch Marlene mit ihrem charmanten französischen Akzent beim Service wieder an Bord; die Küche liefert hervorragendes – und den Menüpreis hat das Casa Colonial auch nicht erhöht. Er kostet mit sechs Vorspeisen und dem Hauptgericht zur Auswahl wie im vergangenen Jahr 49 Euro. Dazu gibt es auf der Tafel (linke Seite) die à la carte-Angebote. Ach ja, am 16. Juni feiern wir von IbizaHEUTE zusammen mit dem Casa Colonial unser traditionelles großes Sommerfest. Bitte schon mal vormerken. Mehr darüber lesen Sie natürlich im IbizaHEUTE-Juni-Magazin und rechtzeitig auch auf IbizaHEUTE-Online www.ibiza-heute.de

 

Deutscher Spargel aus dem berühmten Bruchsal bei Marc Lindemann im „marc’s“

„marc’s“ in Jesús, 500 Meter hinter dem Hauptort

Endlich ist er da – der Spargel aus Bruchsal. Und IbizaHEUTE-Feinschmecker-Treff

Ich habe es im Mai-Magazin von IbizaHEUTE geschrieben – es gibt es in wenigen Tagen an den Kiosken der Insel und in den Briefkästen unserer Abonnenten: Bei Marc Lindemann kommt nur eine Sorte Spargel auf den Tisch – der aus dem badischen Bruchsal. Dort sind die Böden des edlen Gemüses so gut, dass der Spargel aus Bruchsal als bester der Welt gilt. Marc sagt: „Ich habe viel, viel Spargel aus allen Regionen probiert, aber für mich kommt keiner an den aus Bruchsal heran. Da warte ich lieber ein oder zwei Wochen, bis der Spargel dort gestochen ist.“ Das Warten hat ein Ende. Seit einer Woche bietet Marc seinen geliebten Bruchsal-Spargel auf seiner Spargelkarte an. Die Reaktion erreichte auch uns in der Redaktion: „Marc, bester Spargel ever!“, schrieb eine Leserin per E-Mail. Den passenden Wein gibt es natürlich auch. Fragen Sie einfach Ana, Alexander oder Hans vom Service.

Übrigens wird es Spargel auch beim IbizaHEUTE-Feinschmecker-Treff im marc’s geben. Und der ist am Samstag, 11. Mai, 13 Uhr, im romantischen Garten. Wenn Sie sich anmelden möchten: E-Mail andieter.abholte@ibiza-heute.de – wir haben nur 25 Plätze und setzen unsere Online-Premium-Abonnenten ganz oben auf die Gästeliste.

 

„Coco Beach“ an der Platja d’en Bossa – ein Foto aus unserem Archiv von 2010. Schon damals war Coco Beach das etwas ganz Besonderess und wurde als bestes Strand-Restaurant Ibizas ausgezeichnet. Foto: Rüdiger Eichhorn

„Coco Beach“ an der Platja d’en Bossa

Eine der besten Adressen am Strand wird 20

Wie die Zeit vergeht! Mir ist es, als sei höchsten ein paar Jahre her, als wir unseren ersten IbizaHEUTE-Feinschmecker-Treff im „Coco Beach“ feierten. Dabei war es schon 2004. Und Coco Beach wird 20 Jahre alt. Das Restaurant mit dem traumhaften Blick aufs Meer ist mit der Zeit gegangen: Schicker, größer und edler ist mit jedem Jahr geworden. Aber ein ist wie vor 20 Jahren, als Chef Jimmy seine Idee von einem Top-Restaurant am Meer verwirklichte: beste international Küche, perfekter Service, Weine, die es kein zweites Mal auf der Insel gibt – aber vor allem diese Einmaligkeit, ein schickes Gourmet-Restaurant mit dem lockeren Strandleben Ibizas zu vereinigen. Dazu kommen die Gäste, die Prominenten und die weniger Prominenten. Und für alle gilt: im Coco Beach einen Nachmittag oder Abend (oft beides) zu genießen, der selbst für das verwöhnte Ibiza einmalig ist.

 

Sternekoch David Grussaute – ein Zauberer am Herd seines Sterne-Restaurant an der Play d’en Bossa. Rustikale Tische statt steifer weißer Decke und ein Menü, das wirklich einmalig ist – mit vielen Zutaten, die von der Insel stammen… Foto: MBA

Sterne-Restaurant „UNIC“, Playa d’en Bossa

14 Gänge-Menü als Festival der Aromen

Ein Dessert wie ein Blumenwiese mit essbaren Blüten in einem „Bienenkorb“ eines bekannten Töpfers serviert. Foto: MBA

Gut, Sterneküche ist nicht jedermanns Sache. Da hat man ja seine Vorstellungen oder Vorurteile: Steif geht es zu. Drei Kellner an jedem Tisch. Jacket Bitteschön oder gar Krawatte. Und Gerichte auf der Speisekarte, die kaum jemand aussprechen kann, der nicht mindestens Französisch als Wahlfach hatte! Stop! Vergessen Sie das alles. Denn davon trifft nichts auf das UNIC zu, über das wir in IbizaHEUTE im April-Magazin berichteten. Koch David Grussaute, der in Frankreich kochen lernte, sich in Ibiza verliebte, war Thema der Reportage von meiner Kollegin Kirsten Lehmkuhl. Beim Interview sagte er, der einst Klavier und Klarinette gelernt und gespielt hatte: „Heute komponiere ich keine Musik, ich komponiere Menüs!“ Und die komponiert er meisterlich. Davon konnte ich mich überzeugen in einer Atmosphäre zum Wohlfühlen. Schick aber rustikal, blanke Holztische statt steifer weißer Tischdecken, diskreter Service, der ausgezeichnet beriet – wenn man ihn brauchte, dazu eine Speisekarte auf Englisch und Spanisch, die jeder versteht. Da heißt das Fleisch vom schwarzen Schein auch „Fleisch vom schwarzen Schwein“, heißt die rote Gamba aus dem Meer vor Ibiza auch „Ibizenkische rote Gamba“…

14 Gänge gab es. Kleine Köstlichkeiten, wie ich sie so noch nie gegessen habe. Angerichtet wie Kunstwerke, die man  nicht zerstören möchte. Dazu die passenden Weine, von denen jeder seine eigene Geschichte hat. Fantastisch. Ich möchte jetzt nicht die einzelnen Gänge beschreiben. Aber alles war einmalig und von David Grussaute und seinem Küchenteam so perfekt und ibizenkisch zubereitet, dass selbst die dezente Dekoration sich als Kunstwerk vom Johannsibrotbaum herausstellte. Jetzt fragen Sie garantiert nach dem Preis. Hier ist er: Das 14-Gänge-Menü 150 Euro, der begleitende Wein 65 Euro. Ich muss sagen: Ich habe schon teurer – aber noch nie so außergewöhnlich gegessen. Mein Fazit: Ich werde mir das dieses Jahr noch mindesten einmal leisten. Und vielleicht haben ein paar Leser Lust auf ein kleines außergewöhnliche IbizaHEUTE-Gourmet-Erlebnis. Klein – weil David Grussaute nicht mehr als 25 Gäste annimmt. Denn die sollen viel Platz zum Genuss haben…

Adresse: Restaurant UNIC im Migjorn-Hotel, C/. de les Begonias 18, Play d’en Bossa, geöffnet abends von Mittwoch bis Sonntag.

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