Eivissas traditionsreiches Hafenviertel La Marina will sich mit einer ungewöhnlichen Veranstaltung neu beleben. Am kommenden Donnerstagabend findet im frisch sanierten Kulturzentrum Sa Peixateria erstmals die Modenschau „La Marina está de moda“ statt. Geschäftsleute und Stadt setzen große Hoffnung in die Veranstaltung.
Mehr als 15 Geschäfte aus dem ehemaligen Fischerviertel sollen sich nach Aussage der Veranstalter an dem Event beteiligen. Es geht aber um weit mehr als nur um Mode: Die Händler wollen auf die „wirtschaftlich angespannte Lage“ des historischen Quartiers aufmerksam machen und wieder mehr Besucher in die engen Gassen des Hafenviertels locken.
Weniger Besucher als gewohnt
Der für Gewerbe und Handel zuständige Stadtrat Àlex Minchiotti erklärte bei der Vorstellung des Projekts, Ziel sei es, den lokalen Einzelhandel zu stärken und La Marina „zwischen Tradition und Moderne“ wieder stärker in den Mittelpunkt zu rücken. Die Initiative sei von den Geschäftsleuten selbst ausgegangen und werde von der Stadt unterstützt. Sollte die Veranstaltung erfolgreich sein, könne sie künftig regelmäßig stattfinden.
Wie ernst die Lage inzwischen ist, schilderte Karina Hoorn, Inhaberin des Geschäfts Rituality Ibiza und Vertreterin der teilnehmenden Händler. Die aktuelle Saison sei „die schwierigste bis heute“. Zwar wolle sie nicht für die gesamte Branche sprechen, doch der Besucherrückgang sei deutlich spürbar. Als mögliche Ursachen nannte sie gestiegene Flugpreise und höhere Kraftstoffkosten. Vor allem aber blieben viele Touristen in den zentralen Einkaufsstraßen und fänden nicht den Weg bis ins Hafenviertel. „So mancher glaubt, alles Ende am Paseo Vara de Rey. Aber dem ist nicht so“, sagte sie.
Ausdruck für Vielfalt
Nach Ansicht der Unternehmerin ist das historische Viertel gegenüber neueren Bereichen der Stadt ins Hintertreffen geraten, obwohl „dort die Geschichte Ibizas, wie viele die Insel kennen, begonnen hat“. Sie appellierte deshalb an Einheimische und Urlauber, La Marina wieder stärker zu besuchen.
Minchiotti verwies auf mehrere groß angelegte Sanierungsprojekte, darunter den Umbau des Mercat Vell (Alter Markt) und die Modernisierung von Sa Peixateria, der historischen Fischbörse. Diese Investitionen sollten das Viertel langfristig aufwerten und mit mehr Leben füllen.
Die Modenschau versteht sich zugleich als ein Zeichen für die auf Ibiza gelebte Vielfalt. Die von der Insel stammende Transgender-Influencerin und Model Lía Romero kündigte für Donnerstag einen Laufsteg mit Menschen „unterschiedlichster Körperformen“ an. Mode müsse die Gesellschaft repräsentieren. Vor allem aber solle die Veranstaltung den lokalen Handel und regionale Produkte stärker ins Bewusstsein rücken.





