Am Fuß der Cova des Culleram im Norden Ibizas soll eine neue Informations- und Servicestelle entstehen. Die Gemeinde Sant Joan hat jetzt die Bauarbeiten für das Projekt öffentlich ausgeschrieben. Nach Angaben des Rathauses soll die neue Einrichtung die bislang verfügbaren Angebote an dem abgelegenen Ausflugsort und Kultstätte verbessern.
Für die Arbeiten sind demnach rund 335.000 Euro veranschlagt. Die Bauzeit soll elf Monate betragen. Interessierte Unternehmen können ihre Angebote noch bis zum 30. September 2026 einreichen.
Geplant ist ein vergleichsweise kleines Gebäude mit einem Bereich für die Besucherbetreuung, einem Lager, einer überdachten Veranda und Toiletten. Zum Bauvorhaben gehören nach Rathausangaben außerdem die Vorbereitung des Grundstücks, Erdarbeiten, Fundamente und die komplette Gebäudestruktur. Vorgesehen sind auch Fassaden und weitere Abschlüsse, ein Dach, Fenster und Türen sowie die erforderlichen Versorgungs- und Abwasserleitungen.
Das Gebäude soll zudem mit einer Photovoltaikanlage ausgestattet werden. Hinzu kommen Arbeiten an den Außenflächen, die Ausstattung der Einrichtung sowie Maßnahmen zur Abfallentsorgung, Qualitätskontrolle und Arbeitssicherheit. Das klingt alles noch recht technisch, soll aber unterm Strich dazu dienen, den Besuch der Höhle sicherer zu machen.
Höhle 1907 wiederentdeckt
Die Cova des Culleram in einem abgelegenen Waldgebiet nahe der Cala de Sant Vicent ist mehr als ein abgelegener Ausflugsort. Die Kalksteinhöhle zählt zu den bedeutendsten archäologischen Fundstätten Ibizas. Sie war in der Antike ein punisches Heiligtum, das vom 5. bis zum 2. Jahrhundert vor Christus der Göttin Tanit geweiht war. Bei Ausgrabungen nach der Wiederentdeckung der Höhle im Jahr 1907 wurden mehr als 600 vollständige Terrakotta-Figuren sowie Tausende weitere Tonobjekte gefunden. Sie gelten als Zeugnisse religiöser Rituale und Opfergaben.
Der Zugang zu der heute für Besucher geöffneten Höhle führt über einen steilen und teilweise schwierigen Weg. Im Inneren erschweren feuchter, unebener Kalkstein, niedrige Decken und unbeleuchtete Bereiche den Zugang. Die neue Einrichtung dürfte daher nicht nur der Information über die historische Bedeutung des Ortes dienen, sondern auch die Besucherbetreuung vor Ort verbessern.





