IH+: Ankerplätze

Öko-Bojen für Ibiza verzögern sich – Talamanca hat Vorrang

Der groß angekündigte Ausbau der Bojenfelder vor Ibiza ist ins Stocken gekommen. Keines der ursprünglich für diese Saison vorgesehenen neun neuen Ankerfelder wird in diesem Sommer in Betrieb gehen. Stattdessen will die balearische Landesregierung ihre Planungen „grundlegend überarbeiten“ und das Projekt zunächst in der Bucht von Talamanca vorantreiben.

An Eivissas beliebtem Stadtstrand soll nach Möglichkeit bereits im kommenden Sommer ein ökologisches Bojenfeld entstehen. Das kündigte der Generaldirektor für Häfen und Seeverkehr der Balearenregierung, Antoni Mercant, am Donnerstag auf Ibiza an. Talamanca habe höchste Priorität, weil dort „besonders viele Boote unkontrolliert“ über den empfindlichen Posidonia-Seegraswiesen ankerten. „Wir werden alles dafür tun, dass dieses Projekt im nächsten Jahr umgesetzt werden kann“, sagte Mercant.

Zeitplan leidet unter Bürokratie

Die neun geplanten Bojenfelder sollten den Schutz der geschützten Posidonia verbessern und gleichzeitig das Ankern vor der Küste ordnen. Während die Projekte in Porroig und Cala d’Hort (Sant Josep) auf Betreiben der Balearenregierung ins Leben gerufen wurden, stammen die Planungen für sieben weitere Standorte – Cala Bassa, Cala Salada, Cala Vedella, Es Xarco, Benirràs, Portinatx und Talamanca – ursprünglich vom spanischen Umweltministerium.

Nach Angaben Mercants fehlten der Landesregierung für eine zeitnahe Umsetzung „Zeit und personelle Ressourcen“. Zudem sei die Genehmigung neuer Bojenfelder äußerst aufwendig. Umweltgutachten, Zustimmungen des Umweltministeriums, der Küstenbehörde, der Seefahrtsverwaltung, der Gemeinden sowie ein öffentliches Beteiligungsverfahren seien erforderlich. „Das lässt sich nicht von heute auf morgen machen“, sagte der Generaldirektor.

Die Behörden kontrollieren, ob über geschützten Posidonia-Wiesen geankert wird. Foto: GOIB

Hinzu kommt, dass die Regierung die bisherigen Planungen gemeinsam mit den Gemeinden und dem Inselrat noch einmal prüfen will. Es müsse „in Ruhe“ entschieden werden, welche Projekte tatsächlich Priorität hätten und ob einzelne Vorhaben möglicherweise angepasst oder sogar ganz aufgegeben würden, so der Besuch aus Palma.

Deutlich gestiegene Nachfrage

Besonders deutlich wird dies in Sant Joan. Dort nimmt die Gemeinde die Ausarbeitung der Projekte für die Bojenfelder in Benirràs und Portinatx selbst in die Hand. Bürgermeisterin Tania Marí (Volkspartei, PP) sagte, der Schutz der Posidonia sei zwar „unverzichtbar“, zugleich müssten aber die Bedürfnisse von Anwohnern, Fischern und Freizeitskippern berücksichtigt werden. Ziel sei ein Konzept, das „Natur- und Küstenschutz mit den örtlichen Gegebenheiten in Einklang“ bringe.

Der Handlungsdruck wächst auch deshalb, weil die Nachfrage nach ökologischen Liegeplätzen stark zunimmt. Laut Mercant stieg die Zahl der Reservierungen in den von Ports IB verwalteten Bojenfeldern von rund 5.000 im Jahr 2022 auf 11.500 im vergangenen Jahr. Immer mehr Bootsbesitzer bevorzugten einen offiziellen Liegeplatz, um Schäden an den Seegraswiesen und Verstöße gegen die Ankerregeln zu vermeiden.

Derzeit verfügt die Balearenregierung nach eigenen Angaben über rund 600 Bojen in ökologischen Bojenfeldern und Hafenbereichen. Mit der Umsetzung aller geplanten Projekte würde die Zahl der Liegeplätze auf mehr als 1.000 steigen. Bis dahin dürfte allerdings noch einige Zeit vergehen. „Wir beginnen jetzt eine neue Etappe“, sagte Mercant.

Auch interessant?

Aktuelles E-Paper

E-Paper IbizaHEUTE Juli 2026
  • IbizaHEUTE Exklusiv: Insel-Tipps & perfekter Tag
  • IbizaHEUTE Gourmet: Spritzige Cavas & Genuss mit Blick
  • IbizaHEUTE Report: Die Insel der Überwachung
Jetzt abonnieren

Events & Termine

Zu allen Events