Tourismus

Rekordausgaben auf Ibiza – doch die Zahlen haben einen Haken

Auf Ibiza und Formentera geben Touristen mehr Geld aus, obwohl die Zahl der Gäste zurückgeht. Doch die Arbeitgebervereinigung CAEB warnt davor, daraus vorschnell auf eine höhere wirtschaftliche Wertschöpfung zu schließen. Ein Teil des Anstiegs lässt sich offenbar durch deutlich höhere Preise erklären.

Die Zahlen sind auf den ersten Blick beeindruckend. Im Juni kamen 560.121 Touristen auf die Pityusen – 4,75 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Un dennoch stiegen die gesamten touristischen Ausgaben um 5,94 Prozent auf 690,07 Millionen Euro. Pro Besucher und Tag wurden durchschnittlich 249,51 Euro ausgegeben. Das waren 7,7 Prozent mehr als ein Jahr zuvor und zugleich der höchste Wert für einen Juni seit Beginn der nach Inseln aufgeschlüsselten Statistik.

Allerdings sind auch die Preise deutlich gestiegen. Für Übernachtungen mussten auf den Balearen im Juni 9,2 Prozent mehr ausgegeben werden als noch ein Jahr zuvor. Auch Dienstleistungen verteuerten sich um 4,1 Prozent, die Preise in der Gastronomie sogar um 7,6 Prozent.

Geringer Abhängigkeit von Urlauberzahlen

Die CAEB warnt deshalb davor, aus dem höheren Ausgabenvolumen unmittelbar auf einen größeren wirtschaftlichen Nutzen zu schließen. Der Anstieg der Ausgaben „beweist für sich genommen nicht, dass tatsächlich mehr Wert geschaffen wird“, heißt es in dem Bericht des Thinktanks Fundació Impulsa Balears. Ein Teil des zusätzlichen Geldes könne schlicht darauf zurückzuführen sein, dass Unterkünfte, Flüge, Gastronomie und andere touristische Leistungen teurer geworden seien. Gleichzeitig seien die Unternehmen mit höheren Kosten konfrontiert.

Für Ibiza und Formentera sei die Entwicklung dennoch von Bedeutung, heißt es weiter. Steigende Ausgaben pro Urlauber könnten langfristig die Abhängigkeit vom stetigen Wachstum der Gästezahlen verringern. Die aktuellen Zahlen zeigten aber auch, wie wichtig eine „differenzierte Betrachtung“ der Tourismusentwicklung sei: Ein höherer Umsatz bedeute nicht automatisch mehr reale Wertschöpfung und mehr Gewinn in den Unternehmerkassen.

Hinzu komme, dass sich die zusätzlichen Ausgaben nicht zwangsläufig gleichmäßig auf Hotels, Gastronomie, Handel und Freizeitwirtschaft verteilten. Denn die Statistik zeigt zunächst nur, wie viel Geld die Besucher ausgeben – nicht, wie viel davon als zusätzlicher wirtschaftlicher Wert auf den Inseln entsteht.

Auch interessant?

Aktuelles E-Paper

E-Paper IbizaHEUTE September 2026
  • IbizaHEUTE Natur: Sonnenuntergänge und Traum-Strände
  • IbizaHEUTE Exklusiv: Heisse Mode und 11 coole Insel-Tipps
  • IbizaHEUTE Gourmet: Feinschmecker-Treffs und Insel-Fiestas
Jetzt abonnieren

Events & Termine

Zu allen Events