213 illegale Einwanderer

Nach den Stürmen: Migranten steuern wieder Ibiza an

Der Jahresbeginn verlief so still, dass das spanische Innenministerium vor wenigen Tagen von einem „deutlichen Einbruch“ der Zahlen bei afrikanischen Bootsflüchtlingen sprach. In den vergangenen Stunden war die See ruhig – und schon begann der erwartete Ansturm.

Experten hatten es nach Abzug der Sturmserie befürchtet: Die Zahl der Flüchtlingsboote, die die Balearen erreichen, steigt deutlich an. Nach Angaben der Regierungsvertretung auf den Balearen wurden allein am Montag und bis Dienstagmittag insgesamt zwölf sogenannte Pateras mit 213 Menschen an Bord registriert. Besonders betroffen sind demnach Ibiza und vor allem Formentera.

Für die beiden Inseln zusammen wurden zwischen Montag und Dienstag um 12.10 Uhr demnach zehn Boote mit 168 Migranten gezählt. Am Montag kamen auf Formentera drei Flüchtlingsboote mit 57 Personen an, auf Ibiza (Ses Figueretes) ein weiteres mit zehn Insassen. Hinzu kam ein Boot mit 19 Menschen vor der unbewohnten Insel Cabrera. Insgesamt seien damit am 23. Februar fünf Boote mit 86 Personen registriert worden, so die Behörden.

Formentera. Flüchtlingsboote. IbizaHEUTE. Foto: Peter Eberhardt
Drei der Flüchtlingsboote, die auf Formentera anlandeten. Foto: von unserem IbizaHEUTE-Leser-Reporter Peter Eberhardt

Boot auf Felsen gelaufen

Am Dienstag verschärfte sich die Lage weiter. Bis zum Mittag seien auf Formentera bereits sechs weitere Boote mit insgesamt 101 Menschen entdeckt worden, zudem eines mit 26 Migranten vor Cabrera. Die Zahlen könnten „in jedem Augenblick weiter steigen“, hieß es seitens der Madrider Vertretung.

Inhalt eines Migranten-Bootes aus Nordafrika. Mit solchen Nussschalen sind die Boots-Flüchtlinge unterwegs. Kanister für Wasser und Sprit für den Außenborder. Alte Rettungswesten (unten rot). Aber die helfen kaum, wenn das kleine Boot kentert oder der Motor ausfällt. Die Überfahrt ist mehr als gefährlich. Foto: Peter Eberhardt

Besonders dramatisch soll ein Einsatz am Montagmorgen vor Formentera verlaufen sein: Ein Boot mit 31 Menschen aus Ländern südlich der Sahara sei rund 20 Meter vor der Küste gegen einen Felsen geprallt. Die Insassen hätten sich an Land retten können, zwei von ihnen seien wegen Unterkühlung behandelt worden, gab die Regierungsvertretung bekannt. In mehreren weiteren Fällen griffen die Guardia Civil, die spanische Seenotrettung sowie Spezialeinheiten Migranten sowohl auf See als auch an Land auf, unter anderem nahe Es Ram, S’Estufador und an der Straße nach La Mola.

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