Anwohner machen Druck

Santa Eulària verschärft Kampf gegen illegale Villen-Partys

Die Gemeinde Santa Eulària verschärft ihren Kampf gegen illegale Partys auf Ibiza. Bürgermeisterin Carmen Ferrer traf sich jetzt mit Anwohnern von Santa Gertrudis, die eine Unterschriftenaktion gegen die zunehmende Zahl von illegalen Veranstaltungen in ländlichen Gebieten (suelo rústico) gestartet haben.

Die Beschwerden reichen von nächtlichem Lärm über Verkehrschaos bis hin zu erheblichen Beeinträchtigungen der Lebensqualität.

„Private Geburtstagsfeier“ als Tarnung

Nach Angaben des Rathauses nutzen die Veranstalter zunehmend eine rechtliche Grauzone. Die Events werden als private Geburtstagsfeiern oder Treffen unter Freunden dargestellt, obwohl häufig Eintrittsgelder verlangt werden und kommerzielle Aktivitäten stattfinden.

Dadurch berufen sich die Organisatoren auf die Unverletzlichkeit der Wohnung, um Kontrollen durch die Ortspolizei zu erschweren oder ganz zu verhindern.

„Es ist entscheidend, dass sich die spanische Regierungsvertretung auf den Balearen (Delegación del Gobierno) stärker einbringt und eng mit der Ortspolizei zusammenarbeitet“, betonte Bürgermeisterin Carmen Ferrer.

Schärfere Kontrollen und hohe Geldstrafen

Die Gemeinde kündigte an, künftig noch konsequenter gegen Veranstalter vorzugehen.

Dazu sollen soziale Netzwerke überwacht, Ticketverkäufe dokumentiert, Fahrzeuge auf Zufahrtswegen registriert und frühere Verstöße ausgewertet werden. Ziel ist es, die Verantwortlichen nachträglich mit empfindlichen Geldstrafen zu belegen.

Nicht nur die Veranstalter selbst, sondern auch Grundstückseigentümer sowie Unternehmen, die Getränke oder Dienstleistungen für die Partys bereitstellen, könnten belangt werden.

Mehr Einsatz der Guardia Civil gefordert

Da das Betreten privater Grundstücke oft nur mit richterlicher Anordnung oder im Rahmen der Zuständigkeit der Guardia Civil möglich ist, fordert Santa Eulària ein stärkeres Eingreifen der staatlichen Sicherheitskräfte.

Das Rathaus hat deshalb offiziell die Einberufung einer außerordentlichen Sitzung der örtlichen Sicherheitskommission beantragt.

„Man kann die Kontrolle eines Problems dieser Größenordnung nicht allein der Ortspolizei überlassen“, heißt es aus dem Rathaus.

Problem betrifft ganz Ibiza

Nach Ansicht der Gemeinde handelt es sich längst nicht mehr um ein Problem einzelner Orte. Deshalb will Santa Eulària beim Inselrat die Einberufung eines außerordentlichen Bürgermeisterrats beantragen.

Ziel ist eine gemeinsame Strategie aller Gemeinden gegen illegale Partys, die nach Ansicht des Rathauses nicht nur für Lärm und Verkehrsprobleme sorgen, sondern auch mit Steuerbetrug, Sicherheitsrisiken und Problemen für die öffentliche Gesundheit verbunden sein können.

Anwohner machen Druck

Mit ihrer Unterschriftenaktion wollen die Bewohner von Santa Gertrudis den Druck auf die Behörden erhöhen. Das Rathaus stellt sich nun demonstrativ hinter die Forderungen der Anwohner und kündigt ein entschlosseneres Vorgehen gegen die Organisatoren an.

Carmen Ferrer und Vertreter der Gemeinde nahmen die Unterschriftenaktion der Anwohner entgegen und bekräftigten ihr Vorgehen gegen illegale Villen-Partys. Foto: Rathaus Santa Eulària

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