Ein Autofahrer hat auf Ibiza nicht nur eine Massenkarambolage mit sechs Verletzten verursacht – sein im Ausland zugelassener Wagen hätte überhaupt nicht auf den Straßen der Insel unterwegs sein dürfen. Warum, das lesen Sie hier.
Denn der Unfallfahrer besaß keine Genehmigung, um in den Sommermonaten mit seinem Fahrzeug die Straßen Ibiza zu benutzen. Zur Erinnerung: Die Inselverwaltung hatte im Sommer 2025 eine Deckelung für auswärtige Fahrzeuge eingeführt, um die Anzahl von Autos zu senken.
Drei Taxis lahmgelegt
Der Inselrat teilte zu Wochenbeginn mit, gegen den Halter des Audi RS6 Avant mit britischen Kennzeichen sei deshalb ein Bußgeldverfahren eingeleitet worden. Zudem sei das Fahrzeug für zwei Monate auf dem Gelände des Inselrats stillgelegt worden.
Der schwere Unfall ereignete sich in der Nacht zum Sonntag auf der Straße zwischen Eivissa und Sant Antoni an der Kreuzung Can Guillemó gegenüber einer Tankstelle. Nach Angaben des Rettungsdienstes wurden sechs Menschen verletzt, einer davon schwer.
Nach bisherigen Erkenntnissen soll der Audi beim Versuch zu wenden auf die Gegenfahrbahn geraten sein und anschließend mehrere hundert Meter entgegen der Fahrtrichtung gefahren sein. Dort prallte der Wagen frontal mit einem Taxi zusammen. Zwei weitere Taxis, die unmittelbar dahinter unterwegs waren, konnten nicht mehr rechtzeitig bremsen und fuhren auf. Der Zusammenstoß entwickelte sich zu einer Kettenreaktion, der Audi kam schließlich an einer Bushaltestelle zum Stehen.
Unfallursache noch ungeklärt
Der schwer verletzte Unfallbeteiligte wurde in die Policlínica Nuestra Señora del Rosario gebracht. Zwei weitere Verletzte kamen mit leichten bis mittelschweren Verletzungen ins Krankenhaus Can Misses. Drei weitere Personen konnten nach einer Behandlung noch am Unfallort bleiben.
Der Einsatz dauerte fast drei Stunden. Rettungskräfte mussten die Verletzten versorgen, die Unfallstelle sichern und die Fahrbahn räumen.
Warum der Audi auf die Gegenfahrbahn geriet, ist bislang ungeklärt. Nach Aussagen von Zeugen könnte sich der Fahrer verfahren oder versucht haben, einer Polizeikontrolle auszuweichen. Offiziell bestätigt ist diese Darstellung jedoch nicht. Auch die Guardia Civil machte bislang keine Angaben dazu, ob der Fahrer unter Alkohol- oder Drogeneinfluss stand. Die Ermittlungen sollen nun den genauen Unfallhergang und eine mögliche strafrechtliche Verantwortung klären.





