Sturm „Adam“ ist noch nicht überstanden: Auf Ibiza und Formentera drohen neue sintflutartige Regenfälle. Die Behörden mobilisieren zusätzliche Kräfte vom Festland und warnen vor weiteren Überschwemmungen.
Herbststurm „Adam“ hat Ibiza und Formentera derzeit so fest im Griff, dass die Behörden die Warnstufe bis über den Montag hinaus verlängerten. Nach heftigen Regenfällen mit zahlreichen Überschwemmungen rechnen die Meteorologen auch in den kommenden Stunden mit intensiven Niederschlägen. Die Balearenregierung verstärkt deshalb die Einsatzkräfte: Soldaten der spanischen Katastrophenschutzeinheit UME sind am Sonntagnachmittag von ihrem Stützpunkt in Valencia aus zu den Inseln aufgebrochen.
Die Einheit soll die Rettungs- und Katastrophenschutzdienste auf Ibiza und Mallorca bei der Bewältigung der Folgen des Unwetters unterstützen. Die Regierung der Balearen hatte am Sonntagmorgen in Abstimmung mit der spanischen Regierungsvertretung auf den Inseln zunächst die Vorbereitungen für eine Aktivierung der Einheit eingeleitet. Der Einsatz soll sowohl den bereits entstandenen Schäden als auch der Gefahr weiterer heftiger Regenfälle Rechnung tragen.
Bis zu 160 Liter Regen
Der staatliche Wetterdienst Aemet hält für Ibiza und Formentera die Warnstufe Orange wegen Starkregens und Gewittern aufrecht. Am Sonntag wurden bis 17.59 Uhr Niederschlagsmengen von bis zu 50 Litern pro Quadratmeter innerhalb einer Stunde erwartet. Damit nicht genug: Zwischen Sonntagmorgen und Montagnachmittag können sich insgesamt bis zu 160 Liter pro Quadratmeter ansammeln. Nach Einschätzung der Meteorologen könnte diese Regenmenge örtlich bereits innerhalb von fünf bis sechs Stunden fallen.
Am Sonntagabend sollte die Warnstufe zunächst auf Gelb abgeschwächt werden. Bis in die Nacht zum Montag sind dennoch bis zu 30 Liter Regen pro Quadratmeter innerhalb einer Stunde möglich. Hinzu kommen kräftige Gewitter. Auch an den Küsten ist Vorsicht geboten: Der Wetterdienst erwartet Nordostwind mit Geschwindigkeiten von 50 bis 60 Kilometern pro Stunde, Windstärke sieben und Wellen von bis zu drei Metern. Besonders betroffen sein könnten die Nord- und Ostküste Ibizas.
Am Montag verschärft sich die Lage voraussichtlich erneut. Von 3 Uhr bis 14.59 Uhr gilt wieder Warnstufe Orange. Dann sind binnen einer Stunde bis zu 50 Liter Regen pro Quadratmeter möglich. Die Warnung vor heftigen Gewittern bleibt für denselben Zeitraum bestehen. Erst am Dienstag soll „Adam“ allmählich abziehen. Bis 11.59 Uhr gilt dann noch eine gelbe Warnung vor Regen und Gewittern mit möglichen Niederschlagsmengen von bis zu 30 Litern pro Quadratmeter innerhalb einer Stunde.
Überschwemmungen und Verkehrschaos
Die Regenfälle vom Sonntagmorgen haben auf den Pityusen bereits zahlreiche Schäden und Behinderungen verursacht. Besonders betroffen war Formentera. Geschäfte und öffentliche Straßen standen unter Wasser, Bäume stürzten um und auf mehreren Straßen Ibizas kam es zu Verkehrsproblemen.
Nach Angaben der Katastrophenschutzbehörden funktionierten wichtige Infrastruktureinrichtungen auf Ibiza weiterhin normal. Dazu zählen die Anlage für die Versorgung mit Treibstoffen sowie die Klär- und die Trinkwasseraufbereitungsanlage. Auch auf dem Flughafenzubringer normalisierte sich der Verkehr schrittweise. Der Flughafen selbst nahm nach Unterbrechungen am Morgen den Betrieb langsam wieder auf.
Der Generaldirektor für Katastrophenschutz der Balearenregierung, Pablo Gárriz, hatte am Sonntag vor einer „weiteren Phase heftiger Niederschläge“ am Nachmittag gewarnt. Das Ende der höchsten Warnstufe bedeute daher keine Entwarnung.
Die Regierung der Balearen appelliert an die Bevölkerung, weiterhin vorsichtig zu sein. Unnötige Fahrten sollten vermieden und überflutete Straßen keinesfalls durchquert werden. In Notfällen ist die Rufnummer 112 zu wählen.





