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Ibiza-Stadt

Algerier von Schleuser-Vorwürfen freigesprochen

Das Landgericht in Palma de Mallorca hat zwei junge Algerier vom Vorwurf der Schlepperei freigesprochen. Die Staatsanwaltschaft hatte für die 21 und 23 Jahre alten Männer jeweils sieben Jahre Haft gefordert. Nach Überzeugung des Gerichts sei nicht zweifelsfrei nachweisbar gewesen, dass die Angeklagten Teil einer kriminellen Schleuserorganisation waren.

Die beiden Männer waren im Juli 2024 mit einem Boot und weiteren Migranten auf Ibizas Nachbarinsel Formentera angelandet. Sie hatten zwar zugegeben, das Boot zeitweise gesteuert zu haben, dies sei jedoch erst kurz vor der Ankunft geschehen. „Die Beweise reichen nicht aus, um die strafrechtliche Verantwortung der Angeklagten zweifelsfrei festzustellen“, hieß es in der Urteilsbegründung.

Zeugen machten widersprüchliche Aussagen

Einer Verurteilung entgingen die beiden Angeklagten nicht zuletzt aufgrund widersprüchlicher Aussagen zweier Zeugen. Diese hatten in ihren Vernehmungen vor Gericht unterschiedliche Angaben gemacht. „Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass sie aus Angst vor den wahren Verantwortlichen oder aus anderen Gründen die Unwahrheit sagten“, sagte die vorsitzende Richterin.

Die Überfahrt von Algerien nach Formentera dauerte den Gerichtsunterlagen zufolge etwa 21 Stunden. Jeder Migrant hatte demnach für die Überfahrt rund 2.000 Euro bezahlen müssen. Das Boot sei zwar mit Sicherheitsausrüstung versehen gewesen, habe jedoch über zu wenig Rettungswesten, Nahrung und Wasser verfügt. Die beiden Angeklagten, die sieben Monate in Untersuchungshaft saßen, wurden nach dem Urteil auf freien Fuß gesetzt. Die Staatsanwaltschaft kann noch Rechtsmittel einlegen.

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