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Ibiza-Stadt

Abenteurer der Lüfte: Von Calp nach Ibiza im Ballon

Zum ersten Mal wagten jetzt zwei Männer in einem Heißluftballon die Fahrt vom spanischen Festland nach Ibiza. Und das war alles andere als ungefährlich: denn Heißluftballons sind nicht steuerbar – der Wind bestimmt, wohin die Reise geht. Und wenn er so bläst, dass die Ballonfahrer die Insel verfehlen, würden sie in Afrika landen. Aber so lange würde der Vorrat der Gasflaschen für die Brenner wohl nicht reichen. Die wiederum liefern die heiße Luft für den Auftrieb, wie es die Brüder Montgolfier am 4. Juni 1783 der erstaunten Welt zeigten. Verfehlen also die Ballonfahrer vom Festland Ibiza landen sie im Meer – und dann wird es lebensgefährlich. Hier die Geschichte ihrer Ballonfahrt nach Ibiza:

Der 28. Dezember ist in Spanien wie in Deutschland der 1. April. Ein Tag zum Scherzen. Wenn jemand auf Ibiza gesagt hätte, „bei mir im Garten ist ein Heißluftballon gelandet“, dann hätte das nach einem Witz geklungen, war aber keiner.

Tatsächlich stellten in Zeiten von 5G und Hochtechnologie am 28. Dezember 2022 zwei Männer einen Rekord in einem Objekt aus dem 18. Jahrhundert auf. In einem Heißluftballon sind sie von Calp im alicantinischen Festland nach Sant Agustí auf Ibiza geflogen. Sie sind somit die ersten Ballonfahrer, die diese Strecke über den Canal de Ibiza im Mittelmeer meistern.

Natürlich verwenden auch sie modernste Technik, sonst würden wir nicht sogleich per Whatsapp die Fotos erhalten, die sie hier sehen. Auch die Navigation und der Kontakt mit den verschiedenen Flugplätzen wäre ohne moderne Technik nicht möglich.

Miquel Mesegué und Àngel Aguirre, Chefs des Ballonfahrt-Anbieters Globus Kon-Tiki in Barcelona, wollten eigentlich von Dénia aus starten. Doch der Wind war nicht geeignet und hätte sie an Ibiza vorbei getrieben, Deshalb wählten sie 35 Kilometer weiter südlich den Ort Calp mit der Hoffnung, dass die Luftströmung sie wirklich nach Ibiza tragen würde.

Der mächtige Felsen „Peñón de Ifach“ ist mit dem Ort Calp verbunden. Ansonsten ähnelt die Form sehr Es Vedrà. Von hier starteten die Ballonfahrer und hatten eine weite Strecke und ein kleines Ziel vor sich…Foto: Kon-Tiki

Über dem mächtigen Felsen Peñón de Ifach, der an der Küste aufragt wie vor Ibiza Es Vedrá, hob sich der Ballon „Raimat“ mit dem Korb und den beiden Männern angetrieben von der fauchenden Flamme des Gasbrenners in die Höhe. Das Team am Boden verabschiedete sich mit dem Gruß „Glück ab und gut Land!“, wie er unter Ballonfahrern üblich ist. Und die guten Wünsche konnten sie brauchen. Die beiden Männer fuhren allein und nahmen wegen der langen Fahrt mehr Gasflaschen an Bord. Ansonsten hätten acht Personen Platz im Korb. Aber genug Gas war wichtiger…

Über den Wolken in rund 2000 Metern Höhe in Richtung Ibiza. Es Vedrà liegt auf der Route – besser kann die Ankunft auf der Insel kaum sein. Rund 4 Stunden und eine Strecke von etwa 80 Kilometer über Wasser liegen hinter den Ballonfahrern.. Foto: Kon-Tiki

Viereinhalb Stunden schwebten sie über dem Wasser und in 2000 Meter Höhe manchmal über kleinen Wolken. In der ersten Stunde war nur das Meer zu sehen, dann zeichnete sich im Süden eine Silhouette ab. „Sehr klein, leicht zu verfehlen“, erzählt Àngel Aguirre IbizaHEUTE. Und was passiert, wenn der Heißluftballon an der Insel vorbeischiebt, haben wir ja eingangs geschildert: Die beiden Ballonfahrer würden im Meer und in einer Situation von Lebensgefahr landen. Aber langsam nahmen die Umrisse Gestalt an – es war Ibiza.

Mystischer Moment, als der Ballon mit der Gondel über Es Vedrà und Vedranell schwebte. Die Sonne beleuchtet die Hälfte der Insel, die andere Hälfte liegt im Schatten. Foto: Kon-Tiki

„Als wir nur noch eine Stunde Fahrzeit vor uns hatten, waren wir sicher, dass wir Land erreichen und nicht im Meer landen würden“, erzählt er. „Wir starteten an der Felsinsel vor Calp und wurden geleitet vom magischen Vedrà“. Als der Ballon Es Vedrà und Vedranell überflog, war das ein zauberhafter, mystischer Moment. Die gesamte Fahrt über das Meer bezeichnen die beiden als erhaben und beeindruckend. Sie war ruhiger als sie gedacht haben.

Blick aus dem Ballon auf die Felsinseln der Westküste Ibizas. Hätte der Wind nur um eine wenige Grade gedreht – auf einer Uhr um den Strich von einer Minute, hätten die Ballonfahrer das kleine ibiza verfehlt. Man kann sich vorstellen, welche Erleichterung die beiden Männer bei diesem Blick empfunden haben – sie würden ihr Ziel erreichen. Foto: Kon-Tiki

Natürlich mussten sie sich dabei um praktische Dinge kümmern, regulierten die Temperatur des Ballons und waren in Kontakt mit den Flughäfen: Alicante, Valencia, Palma und natürlich Ibiza. Denn der Flugverkehr musste wissen, dass in 2000 Meter Höhe ein Ballon unterwegs war…

Alles ging gut. Auf einem Grundstück bei Sant Agustí landeten sie schließlich neben einem Haus. Dort staunte die Bewohnerin nicht schlecht, als die Riesenhülle plötzlich fauchend nebenan landete. Und dort wartete das Helfer-Team aus Barcelona mit zwei Anhängern schon, um den Ballon aufzunehmen. Auch José Ramón Mancebo, von Ibiza en Globo war da, Chef des Unternehmens, das Flüge auf der Insel anbietet. Er beglückwünschte die Kollegen und packte bei der Bergung des Ballons mit an – Ballonfahrer hellen sich überall auf der Welt.

Am Donnerstag ging es für die Ballonfahrer zurück – aber dieses Mal sicher mit der Fähre.

Landung in Sant Agustí die Ballonfahrer habn ihr Ziel erreicht. Foto: Kon-Tiki

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