Migrationswelle: Bei den Inselräten stapeln sich die Boote

Im Zuge der anhaltenden Migrantenankünfte aus Algerien auf dem Seeweg haben die Balearen eine Schattenflotte der besonderen Art aufgebaut. Allein auf Formentera warten nach Angaben des Inselrats 74 Boote in der Mülldeponie auf ihre Verschrottung. Weitere zehn Boote – acht gestrandete und zwei gesunkene – sollen bald geborgen werden.

Die noch im Wasser liegenden Boote konnten wegen schlechten Wetters am vergangenen Wochenende nicht geborgen werden. Die für Überfahrten genutzten Boote verteilen sich laut Behörden über mehrere Küstenabschnitte der Insel. Betroffen sind vor allem Es Pujols, Llevant und die Migjorn-Strände.

Bei der Entsorgung teilen sich die Zuständigkeiten: Der Inselrat kümmert sich um die Bergung, die spanische Zentralregierung um die Verschrottung. Ende 2024 wurde dafür ein Vertrag über 40.161 Euro mit dem Entsorgungsunternehmen Herbusa geschlossen. Während auf Ibiza die Arbeiten am 10. Januar beginnen sollten, steht auf Formentera der Start noch aus.

Die Situation sorgt für Streit zwischen konservativer Regional- und sozialdemokratischer Zentralregierung. Der Inselrat Formenteras beauftragte im November 2024 nach eigenen Angaben für 15.000 Euro ein privates Unternehmen mit der Bergung von 15 Booten. Madrid hatte zuvor eine entsprechende Bitte abgelehnt.

Vor der Verschrottung muss oft eine richterliche Genehmigung eingeholt werden, da manche Boote als Beweismittel dienen. Auf Mallorca nutzt man die Situation bereits anders: Die Hafenverwaltung PortsIB stellt geborgene Boote und Motoren maritimen Ausbildungszentren zur Verfügung.

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