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Ibiza-Stadt

Gedanken zum 1. Advent

Editorial von Dieter Abholte: Wie ich es es sehe…

Liebe Leser,

Dieter Abholte

ich kann es kaum glauben: Heute ist schon der erste Advent! Wo ist das Jahr nur geblieben? Ich habe das Gefühl, jedes Jahr rauscht schneller an mir vorbei, als das vergangene. Besonders auf Ibiza. Auf der Insel gibt es keinen richtigen Herbst, wo die Bäume die Blätter verlieren, und es schon um 16 Uhr dunkel ist. Der deutsche Herbst ist für uns auf der Insel blühender Frühling. Auch jetzt blüht es überall auf der Insel – und in sechs oder acht Wochen starten wir schon wieder zur Mandelblüte. Verrückt…

Aber die längeren Tage als in Deutschland, der strahlend blaue Himmel Winterhimmel, die fantastischen Sonnenuntergänge, die Spaziergänge im T-Shirt oder leichten Pulli mittags am Strand – das alles ist für mich Lebensqualität. Natürlich vermisse ich das deutsche Weihnachtsgefühl, den Glühwein auf den Märkten, der die Hände und den Körper wärmt – auch die kalte Nase…

Auch auf den Inseln gibt man sich viel Mühe. Die Weihnachtsbeleuchtung ist schon angebracht. In ein paar Tagen wird sie feierlich eingeschaltet. Auch werden die Weihnachtsmärkte eröffnet. Es ist schön – aber kein Vergleich zum Heimeligen, zum Romantischen wie in Österreich, der Schweiz oder Deutschland. Weihnachten unter Palmen ist einfach anders. Und so mancher Weihnachtsstern über der Straße ist für mich ein wenig wie ein Fremdkörper. Und deshalb bin ich jedes Weihnachten weg von der Insel, zumindest ein paar Tage. Dann feiere ich mit der Familie, besuche Weihnachtsmärkte und zahle für oft mittelmäßigen Glühwein Preise wie beim edlen Wein. Mich stört auch nicht, dass ich mir an der Thüringer Bratwurst Finger und Lippen verbrenne und mir der Senf wer-weiß-wohin tropft. Gehört alles dazu…

Irgendwie kommen bei solchen Seelenfesten Kindheitserinnerungen durch. Und das ist eigentlich schön in einer Welt, die immer mehr von Handys, Google, Bezahlfernsehen und KI beherrscht wird. Bewahren wir uns ein kleines Stück Wärme und Romantik in einer kalten Welt, in der Despoten an der Macht sind. Ich darf in dieser Richtung nicht weiterdenken, sonst überkommen mich wieder Wut und Hilflosigkeit. Ich habe mir vorgenommen, an jedem Advent etwas ganz Besonderes zu unternehmen. Etwas, wozu ich sonst nicht komme oder es immer wieder auf die lange Bank schiebe.

Morgen treffe ich mich mit Freunden, die sonst ähnlich wenig Zeit haben wie ich. Aber wir fahren zum Frühstück an den Strand und dann folgt ein Strandspaziergang. Wir werden über Themen sprechen, zu denen man sonst nicht kommt. Oder auch mal schweigend am Saum des Meeres entlangspazieren und dem Plätschern der Wellen lauschen. Vielleicht ist es auch für Sie eine Idee, etwas zu unternehmen, zu dem man sonst nicht kommt, aber an das man immer wieder dachte. Natürlich am besten mit guten Freunden oder dem Menschen, den man liebt. Schön, wer das erleben kann.

Ich wünsche Ihnen einen besinnlichen und romantischen ersten Advent. Ganz gleich, wo Sie sind. Denn Glück und Zufriedenheit findet man überall, manchmal muss man ein wenig danach suchen. Aber es lohnt sich…

Herzlichst, Ihr Dieter Abholte

 

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