Ibiza meldet mit über 100 Fällen pro 100.000 Einwohner die höchste Inzidenz auf dem Archipel. Krankenhäuser aktivieren Notfallplan mit 215 zusätzlichen Betten.
Die Grippewelle auf den Balearen steuert auf ihren Höhepunkt zu: In der zweiten Dezemberwoche registrierten die Gesundheitsbehörden durchschnittlich 75 Fälle pro 100.000 Einwohner. Besonders betroffen ist die Insel Ibiza mit einer Inzidenz von 103,1 Fällen pro 100.000 Einwohner – dem höchsten Wert auf dem gesamten Archipel. Menorca folgt mit 75,3 Fällen, Mallorca mit 70,8 und Formentera mit 25,9.
Trotz des Anstiegs stufen die Behörden die epidemische Phase als „niedrig“ ein. Die Situation entspreche weiterhin dem Szenario 1 des Protokolls für Infektionskrankheiten, das vom spanischen Gesundheitsministerium gemeinsam mit den Vertretern der öffentlichen Gesundheitsdienste aller autonomen Regionen erarbeitet worden sei. Dieses Szenario sehe präventive Maßnahmen vor, die an das Infektionsniveau angepasst seien, darunter das Tragen von Masken für Personen mit Atemwegssymptomen sowie in besonders gefährdeten oder stark frequentierten Umgebungen.
Notfallplan für Wintermonate aktiviert
Um dem erwarteten Anstieg der Patientenzahlen zu begegnen, aktivierte der balearische Gesundheitsdienst IB-Salut einen Notfallplan mit 215 zusätzlichen Krankenhausbetten. Das Konzept umfasse zudem eine verstärkte Koordination zwischen Krankenhäusern, der Erstversorgung und dem Notfalldienst SAMU 061. Damit solle die „Versorgungskapazität angesichts der für diese Jahreszeit typischen Zunahme von Grippe und anderen Atemwegserkrankungen gesichert werden“.
Bei der Analyse der Virustypen zeigte sich, dass die Subtypen der Influenza A mit 55 Prozent den Großteil der Fälle ausmachen, gefolgt von Influenza B. Dies bestätige die aktive Zirkulation des Virus in der gesamten autonomen Region, heißt es aus dem Gesundheitsministerium. Diese Erkenntnisse seien entscheidend, um Bevölkerung und Gesundheitsdienste auf die für die Wintermonate erhöhte Belastung vorzubereiten.
Behörden empfehlen schnelle Impfung
Die Gesundheitsbehörden appellieren eindringlich an die Bevölkerung, sich noch vor den Weihnachtsfeiertagen impfen zu lassen. Die Grippeimpfung bleibe das wirksamste Instrument, um Komplikationen und Krankenhausaufenthalte zu reduzieren, insbesondere bei gefährdeten Bevölkerungsgruppen. Obwohl die Inzidenz auf niedrigem Niveau verharre, steige das „Ansteckungsrisiko in geschlossenen Räumen sowie bei Familientreffen oder Massenveranstaltungen erheblich“.
Impfung und das Tragen von Masken seien daher weiterhin empfehlenswert, um sich selbst und andere zu schützen. Die Behörden gehen derzeit davon aus, dass die derzeitige Grippewelle ihren Höhepunkt um den Jahreswechsel erreicht.



