Via WhatsApp und Telegram

Jobben auf Ibiza: „Schwarzarbeit wie Sand am Meer“

Der Sommer auf Ibiza ist bekannt für seine Sonne, Partys und Luxusvillen – doch hinter den Kulissen blüht eine Schattenwirtschaft, die sich immer unverhohlener im Schein der Öffentlichkeit präsentiert. In sozialen Netzwerken und Messengerdiensten wie Telegram und WhatsApp wird offen für Schwarzarbeit geworben. Die Angebote richten sich insbesondere an ausländische Saisonkräfte und versprechen eine Anstellung ohne Arbeitsvertrag oder soziale Absicherung. Diese zunehmende Normalisierung illegaler Beschäftigungsverhältnisse versetzt Gewerkschaften und Arbeitnehmer gleichermaßen in  Alarmstimmung.

Die Gründe für diesen Trend sind vielfältig. Zum einen steht einem allgemeinen Personalmangel ein hoher Bedarf an Arbeitskräften in Luxusvillen und Ferienfincas gegenüber. Andererseits hat der Brexit die Situation für britische Arbeitnehmer massiv verschlechtert. Im Gegensatz zu früheren Jahren benötigen sie nicht nur eine NIE-Nummer (spanische Ausländeridentifikationsnummer), sondern darüber hinaus ein Visum. Dieser Mehraufwand an Bürokratie treibt viele Sommerjobber in die Schattenwirtschaft.

Keine Papiere nötig, Barbezahlung auf die Hand

Für die Generalsekretärin der Gewerkschaft CCOO auf den Pityusen-Inseln, Consuelo López, ist Schwarzarbeit beileibe kein neues Phänomen auf den Inseln. Allerdings erreiche  die aktuelle Lage auf Ibiza „Ausmaße, die jeden anderen Ort in Spanien in den Schatten stellen“. „Hier gibt es Schwarzarbeit wie Sand am Meer“, so López.

Die Angebote in den Messagerdiensten sind zumeist unmissverständlich: „Hiring Party Heads, no Papiers or NIE needed.“ Es winkt ein Job, bei dem der Arbeitgeber keinen Wert auf Arbeitsgenehmigung und Ausländeridentifikationsnummer legt. Die Bezahlung erfolge „cash in hand“.

Privatvillen entgehen behördlichen Kontrollen

Die illegale Beschäftigung, bei der Arbeitnehmer weder bei der Sozialversicherung angemeldet sind noch Arbeitsrechte genießen, ist besonders in der Gastronomie, der Bauwirtschaft und im Gartenbau verbreitet. Besonders schwer kontrollierbar sind laut Guadalupe López von der Gewerkschaft UGT die Anstellungen in privaten Luxusvillen. Während Hotels und Restaurants regelmäßig Besuch von den Behörden bekämen, hätten Kontrolleure kaum Zutritt zu diesen Privatobjekten.

Hinzu komme eine personelle Unterbesetzung der Arbeitsaufsichtsbehörden auf der Insel, die eine effiziente Kontrolle erschwere, so López. Wer derartige Jobs annehme? Zumeist „junge Ausländer, die dringend einen Job suchen“ und die prekären  Bedingungen zähneknirschend in Kauf nähmen.

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