Der Inselrat von Formentera hat den Abriss mehrerer ohne Genehmigung errichteter Bauteile des Hotels Sunway Punta Prima angeordnet. Zudem muss die Eigentümerin zahlreiche weitere bauliche Veränderungen rückgängig machen.
Die zuständige Baubehörde wies die Einwände der Eigentümerin vollständig zurück und erklärte sechs der festgestellten Maßnahmen für unvereinbar mit dem geltenden Bebauungsrecht. Die Anlage befindet sich nahe Es Pujols.
Abgerissen werden müssen ein neuer Gebäudekörper mit rund 80 Quadratmetern sowie drei Erweiterungen eines bestehenden Gebäudes um etwa 10, 50 und 70 Quadratmeter. Insgesamt geht es damit um rund 210 Quadratmeter neu geschaffener beziehungsweise erweiterter Baufläche. Hinzu kommen ein hölzerner Vorbau auf einem Dach und eine Treppe zu dieser Dachfläche.
Inselrat verweist auf Rechtslage
Weitere Arbeiten müssen ebenfalls rückgängig gemacht werden. Betroffen sind unter anderem eine Mauer, ein Schiebetor und eine Betonrampe, die Vergrößerung von fünf Erdgeschossterrassen sowie der Umbau des Empfangs- und Bürogebäudes. Auch Veränderungen an einem weiteren Gebäude, an einem Swimmingpool, ein Dachabriss und ein Innenumbau mit Terrassenerweiterung gehören dazu.
Die Eigentümerin hatte argumentiert, die Arbeiten seien zulässig, weil auf dem Grundstück noch nicht die gesamte theoretisch mögliche Bebauung ausgeschöpft worden sei. Die Juristen des Inselrats wiesen dies zurück. Eine vorhandene, noch nicht ausgeschöpfte Bebaubarkeit bedeute nicht automatisch, dass Bauarbeiten legalisiert werden könnten. Sämtliche städtebaulichen Vorgaben müssten eingehalten und die erforderlichen Genehmigungen vor Beginn der Arbeiten vorliegen. Bei einem Teil der Maßnahmen habe es sich zudem nicht um bloße Umbauten, sondern um neue Bausubstanz beziehungsweise Erweiterungen gehandelt.
Eigentümerin unter Zugzwang
Der zuständige Inselratsdezernent Javier Serra sagte, die Behörde werde bei Verstößen konsequent vorgehen. „Wenn bauliche Maßnahmen nicht vom geltenden Planungsrecht gedeckt sind, ist es unsere Pflicht, zu handeln und die Legalität wiederherzustellen.“
Der Fall beschäftigt die Behörden bereits seit 2025. Nach einer ersten Meldung der Oppositionspartei Gent per Formentera (GxF) stellte der Inselrat bei einer Inspektion Arbeiten ohne gültige Genehmigung fest und ordnete deren Einstellung an. Im März dieses Jahres wies GxF erneut erneut auf mutmaßlich illegale Bauarbeiten hin. Im Mai erklärte Serra, dass inzwischen drei Verfahren zur Wiederherstellung der baurechtlichen Ordnung im Zusammenhang mit dem Hotel liefen.
Die Eigentümerin hat nun zwei Monate Zeit, ein technisches Rückbauprojekt vorzulegen. Innerhalb von zwölf Monaten muss der rechtmäßige Zustand wiederhergestellt sein. Andernfalls kann der Inselrat die Arbeiten selbst veranlassen und die Kosten der Eigentümerin auferlegen.





