Wer Johannisbrotbäume hat, träumt noch von den Preisen 2022. Damals zahlten Ibizas Genossenschaften 1,22 Euro pro Kilo der braunen Schoten. Unvorstellbar. Dann hat die Lebensmittelindustrie Alternativen zum teuren Naturprodukt gewählt und der Preis sank wieder.
37 Cent pro Kilo
Jetzt hat die Erntezeit begonnen und die Kooperativen zahlen 37 Cent, was immerhin besser ist als die 34 Cent im vergangenen Jahr. Die Schoten 2024 sind kleiner und trockener, erkennen die Fachleute.
Sie rechnen mit 900 Tonnen Johannisbrot (algarroba), wie 2023. Die Bauern sammeln sie ein, aber anderen ist die Arbeit angesichts des niedrigen Preises zu mühsam, erklärt der Geschäftsführer der Genossenschaft Sant Antoni, Juan Antonio Prats.
Säcke werden geklaut
Da es dennoch Algarroba-Räuber gibt, die die mühsam gefüllten Säcke von den Feldern klauen, achten die Genossenschaften auf die Formulare, die die Eigentümer bei der Abgabe ausfüllen müssen und die Diebe abschrecken.
Vielseitige Verwendung
Die Verwendung ist vielseitig. Schon immer diente Johannisbrot als Tierfutter. Zudem wurde das aus den Samen gewonnene gummiartige Garrofin oder Carobin für pharmazeutische Präparate genutzt.
Das glutenfreie Johannisbrotmehl kommt inzwischen als Binde-, Verdickungs- und Süßungsmittel in der Lebensmittelherstellung zum Einsatz. Der natürlichen Stabilisator E-410 ist lange haltbar und findet sich zum Beispiel in Eiscremes, Kuchen, Marmeladen, Soßen und Suppen.

Außerdem geben die pflegeleichten Bäume (algarrobos) viel Schatten. Den suchen besonders die Schafe und Ziegen auf den Wiesen und Feldern in der Mittagshitze.