Ein Waldbrand in der Urbanisation Roca Llisa könnte für die Verantwortlichen einer privaten Feier teuer werden. Die Gemeinde Santa Eulària hat ein Verwaltungsverfahren eingeleitet, nachdem ein Feuer in der Nacht zum 1. Juni offenbar durch Bengalos und andere pyrotechnische Gegenstände ausgelöst wurde.
Nach Angaben des Rathauses könnte den Verantwortlichen je nach Ergebnis der Ermittlungen sogar eine Geldstrafe von bis zu einer Million Euro drohen.
Feuer neben einer Privatvilla
Der Brand wurde kurz vor zwei Uhr morgens gemeldet. Betroffen war eine etwa acht Quadratmeter große Waldfläche in unmittelbarer Nähe eines Grundstücks, auf dem eine private Feier stattfand.
Mehrere Zeugen berichteten der Ortspolizei, dass während der Party Bengalos und andere pyrotechnische Gegenstände abgefeuert worden seien. Dank des schnellen Einsatzes von Feuerwehr, Rettungskräften und Anwohnern konnte das Feuer rasch gelöscht werden. Personen kamen nicht zu Schaden.
Bei der Untersuchung fanden die Beamten sowohl im verbrannten Bereich als auch auf dem Grundstück Reste von Pyrotechnik.

Ermittler sehen direkten Zusammenhang
Die Berichte der Ortspolizei und der Umwelttechniker kommen laut Rathaus zu einem klaren Ergebnis: Es bestehe ein direkter Zusammenhang zwischen dem Einsatz der pyrotechnischen Gegenstände und dem Ausbruch des Feuers.
Nun wird geprüft, ob die Verantwortlichen der Veranstaltung ihre Aufsichts- und Sicherheitspflichten verletzt haben.
Fall geht an die Balearen-Regierung
Die Gemeinde hat den gesamten Vorgang an die Generaldirektion für Natur- und Forstmanagement der Balearen-Regierung weitergeleitet. Dort wird entschieden, ob zusätzlich ein Sanktionsverfahren eingeleitet wird.
Sollten die Behörden zu dem Schluss kommen, dass durch das Feuer Menschen, Wohnhäuser oder wichtige Infrastruktur gefährdet wurden, könnte der Vorfall als „sehr schwerer Verstoß“ eingestuft werden. In diesem Fall wären Strafen zwischen 100.001 Euro und einer Million Euro möglich.
Besonders sensibles Gebiet betroffen
Der Brand ereignete sich in einem besonders sensiblen Bereich. In unmittelbarer Nähe befinden sich Wohngebiete von Roca Llisa sowie die Umweltanlage Ca na Putxa, die für die Abfallentsorgung der gesamten Insel von zentraler Bedeutung ist.
Auch wenn der Vorfall nicht als sehr schwerer Verstoß eingestuft wird, drohen weiterhin empfindliche Strafen. Nach den geltenden Vorschriften können Bußgelder zwischen 1.001 und 100.000 Euro verhängt werden.
Angesichts der trockenen Vegetation und der Nähe zu Wohngebieten hätte der Vorfall deutlich schwerwiegendere Folgen haben können. Das Gebiet um Roca Llisa war bereits mehrfach von Waldbränden betroffen. Umso unverständlicher erscheint der Einsatz von Bengalos und pyrotechnischen Gegenständen in unmittelbarer Nähe von Waldflächen – gerade zu dieser Jahreszeit, in der bereits ein achtlos weggeworfener Zigarettenstummel ausreichen kann, um einen Brand auszulösen.

Bengalos in Waldnähe verboten
Die balearische Gesetzgebung verbietet ausdrücklich das Abbrennen von Bengalos, Feuerwerkskörpern oder anderen brennbaren Gegenständen in Waldgebieten oder deren unmittelbarer Umgebung.
Mit dem Verfahren will die Gemeinde Santa Eulària ein deutliches Zeichen setzen: Gerade in den trockenen Sommermonaten können selbst kleine Unachtsamkeiten schwere Waldbrände auslösen.






