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Ibiza-Stadt

Ibiza: Obdachlosigkeit und Not-Siedlungen

IbizaHEUTE hat über die Menschen berichtet, die auf Ibiza unter dem freien Himmel leben und mehrfach über die Räumung der Barackensiedlung Can Rova. Das stellt für alle Gemeinden ein Problem dar.

Allein Eivissa zählt 100 Obdachlose…

Die Stadträtin für Soziales in Eivissa, Lola Penín, hat eine Kampagne zur Sensibilisierung für Obdachlosigkeit vorgestellt. Die Kurse und Vorträge richten sich vor allem an Sozialarbeiter. Interessant sind die Zahlen, die sie nannte. So leben mindestens 100 Menschen auf der Straße, viele mit psychischen Erkrankungen oder Suchtproblemen. Ein Drittel sind Frauen, die besonders anfällig für Misshandlungen sind.

…und 400 Menschen in Baracken

Sie können in Herbergen oder dem Heim Sa Jovería übernachten, aber im Prinzip gehören diese Menschen zum Stadtbild und werden von uns übersehen, so Penín. Das dürfe nicht sein. Außerdem leben rund 400 Personen in Barackensiedlungen. Und das in der kleinen Hauptstadtgemeinde. Diese Personen, so Penín, laufen Gefahr sozialer Ausgrenzung, auch wenn sie oft Arbeit und ein Einkommen haben.

Sant Antoni räumt Zeltplätze

Die Ortspolizei Sant Antonis hat in der vergangenen Woche am Pou de Na Maciana nahe dem Industriegebiet Montecristo vier Zeltplätze geräumt. Die Lager hatten Anwohner entdeckt. Die Polizei arbeitete mit der Stadtreinigung zusammen, die 1846 Kilo Müll abtransportierte, inklusive Grillgeräte und Kochgelegenheiten mit offenem Feuer, was die Gefahr von Waldbränden erhöht.

Sechs Personen, die dort lebten, haben die Polizisten die Hilfe des Sozialamts und die Unterbringung im Heim Sa Jovería angeboten.

Ortspolizisten bei den Zelten in Sant Antoni. Foto: Rathaus Sant Antoni

Can Rova: Santa Eulària legt Geldbuße fest

In Santa Eulària hat das Rathaus die Strafe für den Betreiber der Ende Juli geräumten, illegalen Not-Siedlung Can Rova bekanntgegeben. Der Mann soll 905.000 Euro Geldbuße zahlen. Auf dem 26.000 Quadratmeter großen landwirtschaftlichen Gelände fanden sich 103 Unterkünfte: Hütten, Zelte, Wohnwagen, ein Bus, ein Container. Jede Unterkunft vermietete der Mann für 500 bis 700 Euro im Monat. Alles ohne Genehmigung und dank der Notlage der Mieter mit einer großen Gewinnspanne. Deshalb ist die Geldbuße die Höchstmögliche, erklärt das Rathaus.

Viele der Menschen, die in Can Rova gewohnt haben, sind nach der Räumung durch Polizei und Sicherheitskräfte auf ein Nachbargrundstück gezogen. Das Rathaus ist besorgt, hat aber noch keine richterliche Erlaubnis, um auf dem Privatgelände einzugreifen. Familien mit Minderjährigen bieten die Sozialdienste ihre Hilfe an.

Im wohl größten Lager, Can Raspalls in Sant Josep, lebten im Sommer 300 Personen und jetzt vermutlich sehr viel mehr, weil Menschen aus Can Rova dort unterkommen. Wenn sie keine Alternative finden.

Pläne für Miet-Garantien

Inselrats-Präsident Vicent Marí wird in der Zeitung „Periódico de Ibiza y Formentera“ mit dem Satz zitiert, er wolle nicht, „dass sich ein solcher Lebensstil normalisiert, sei es aus Notwendigkeit oder aus freier Wahl“. Und offensichtlich kommen die Politiker bei den schon oft erwähnten Projekten, leere Wohnungen auf den Markt zu bringen, langsam weiter.

Die Zeitung „Diario de Ibiza“ berichtet am heutigen Mittwoch über weitfortgeschrittene Pläne, mit denen Balearen-Regierung und Consell Immobilienbesitzern Anreize und Garantien für das Vermieten leerstehender Objekte auf der Insel bieten wollen. IbizaHEUTE berichtet, wenn das Projekt umgesetzt wird.

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