Der Strand Platja d’es Xinxó in der Cala de Bou auf Ibiza bleibt nach einem Fäkalienaustritt weiterhin für Badegäste gesperrt. Die Gemeinde Sant Josep will das Badeverbot erst aufheben, wenn Laboruntersuchungen bestätigen, dass das Wasser wieder frei von gesundheitsgefährdenden Keimen ist. Bis dahin sitzen die Strandgäste im Trockenen.
Auslöser war ein Abwasseraustritt am 14. Juli, durch den die Bucht verunreinigt wurde. Einen Tag später sperrte die Gemeinde den Strand und stellte Hinweisschilder auf. Dennoch missachten nach Rathausangaben immer wieder Badegäste die Warnungen und „begeben sich trotz des Verbots“ ins Meer.
Experten des kommunalen Umweltamts entnehmen seither täglich Wasserproben, die in einem Labor unter anderem auf Bakterien wie E.coli untersucht werden. Sobald die Ergebnisse unbedenklich ausfielen, so die Gemeindeverwaltung, werde der Strand wieder freigegeben.
Der benachbarte Strand Es Pinet ist hingegen geöffnet. Zwar hatten die Bürgerinitiative Salvem sa Badia und Anwohner auch dort eine Sperrung gefordert, doch Wasseranalysen ergaben nach Rathausangaben „keinen Anlass“ für ein Badeverbot. Für den näher am Austrittsort gelegenen Strand Es Xinxó sah die Gemeinde dagegen ein Gesundheitsrisiko.
Verstopfungen durch Feuchttücher
Anwohner hatten dort von einem penetranten Gestank und einem regelrechten „Abwasserfluss“ gesprochen, der im Meer ende. Der „penetrante Geruch“ habe es unmöglich gemacht, Fenster zu öffnen oder sich längere Zeit im Freien aufzuhalten.
Übereinstimmenden Medienberichten zufolge handelt es sich nicht um einen Einzelfall. Fäkalienaustritte in der Cala de Bou treten demnach „seit mehr als zehn Jahren“ in unregelmäßigen Abständen auf. Als Ursachen gelten vor allem ein überlastetes Kanalnetz, das mit dem starken Bevölkerungswachstum nicht Schritt gehalten habe, sowie veraltete Leitungen. Hinzu kommen Starkregen und Verstopfungen durch Feuchttücher.
Vielen Anwohnern geht es deshalb weniger um eine baldige Wiederöffnung des Strandes, sondern primär um eine „dauerhafte Lösung“. Diese soll das bereits 2017 vorgestellte Küsten- und Sanierungsprojekt für die Bucht von Sant Antoni bringen. Es sieht eine grundlegende Erneuerung der Abwasserinfrastruktur vor, liegt seit 2022 allerdings auf Eis.





