Mit Beginn der Sommersaison ist auf Ibiza die zweite Phase der Fahrzeugregulierung in Kraft getreten. Seit Montag gilt für nicht auf der Insel gemeldete Fahrzeuge eine tägliche Obergrenze. Vertreter der Mietwagenbranche rechnen damit, dass das für Leihwagen vorgesehene Kontingent von 14.000 Fahrzeugen in der Hochsaison an seine Grenzen stoßen werde.
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Nach Angaben des balearischen Verbands der Autovermieter Baleval ist die festgelegte Zahl „sehr knapp bemessen“. Die Unternehmen müssten ihre Flotten deshalb praktisch an der Grenze der zulässigen Kapazität betreiben. Verbandspräsident Cristóbal Herrera kritisierte zudem, dass die endgültige Zuteilung der Fahrzeugkontingente an die einzelnen Unternehmen weiterhin ausstehe.
Lange Gesichter bei Urlaubern
Der Start des Regulierungssystems verlief nach Angaben der Branche ohne größere Zwischenfälle. Die eigentliche Sorge richte sich jedoch auf die kommenden Sommermonate. Das neue Regelwerk erlaubt täglich maximal 17.688 Fahrzeuge von Nichtresidenten auf der Insel. Das sind rund 2.500 weniger als im Sommer 2025, dem ersten Jahr der Zulassungsbeschränkung. Von diesem Kontingent entfallen allein 14.000 Fahrzeuge auf Autoverleiher, weitere 3.548 Plätze sind für Urlauber reserviert, die mit ihrem eigenen Auto nach Ibiza reisen. Zusätzlich stehen 120 Genehmigungen für Einwohner der Nachbarinsel Formentera zur Verfügung.
Für den Juni erwarten die Unternehmen noch keine größeren Probleme. Kritischer könnten nach Einschätzung der Branche jedoch Juli und August werden. Dann bestehe die Gefahr, dass Urlauber am Flughafen ankommen und kein Mietfahrzeug mehr erhalten, weil sämtliche verfügbaren Wagen bereits reserviert seien. „Es könnte Probleme geben, weil nicht genügend Autos vorhanden sind“, räumten Branchenvertreter ein.
Die Autovermieter verweisen zugleich darauf, dass sie seit Jahren einen Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs befürworten. Dieser sei Voraussetzung dafür, die Abhängigkeit vom Individualverkehr schrittweise zu verringern. Für bestimmte Besuchergruppen bleibe ein Mietwagen jedoch schwer ersetzbar. Insbesondere Familien mit Kindern und viel Gepäck sowie Urlauber, die an abgelegenen Orten untergebracht sind, kämen an einem eigenen Wagen kaum vorbei.
Reedereien müssen Regelung umsetzen
Der Inselrat verwies erneut darauf, dass die Reedereien für die Erfassung und Übermittlung der Daten zum Fahrzeugverkehr verantwortlich seien. Deshalb ließen sich bislang noch keine belastbaren Aussagen über die Auswirkungen der neuen Regelung treffen. Für Reisende, die ihr eigenes Auto mitbringen, gilt eine tägliche Obergrenze von 3.548 Fahrzeugen. Ist diese erreicht, dürfen die Fährgesellschaften keine weiteren Fahrzeuge zur Überfahrt zulassen, bis die Zahl der auf der Insel befindlichen Fahrzeuge wieder unter den Grenzwert fällt.

Die Reederei Baleària ließ verlauten, die Einführung des Systems verlaufe bislang wie geplant. Das Unternehmen verwies auf die enge Zusammenarbeit mit dem Inselrat in den vergangenen Monaten, hielt es jedoch für zu früh, bereits eine Bewertung der Folgen abzugeben. Mobilitätsmaßnahmen müssten sowohl die „Interessen der Einwohner als auch die der auf der Insel tätigen Arbeitnehmer“ berücksichtigen, hieß es lediglich.
Zeitgleich trat am Montag auch auf Formentera die diesjährige Fahrzeugregulierung in Kraft. Sie gilt bis zum 30. September. Anders als auf Ibiza bleibt das Kontingent dort unverändert. Die Höchstgrenze liegt bei 10.287 Fahrzeugen. Für Touristen sind täglich 1.732 Autos und 122 Motorräder zugelassen. Bewohner Ibizas können mit bis zu 235 Autos und 50 Motorrädern pro Tag auf die Nachbarinsel übersetzen.
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