IH+: Bauvorhaben

Wohnungsnot und Sicherheit: Ibiza schafft Platz für Guardia Civil

Mehrere Gemeinden auf Ibiza treiben derzeit Projekte für neue Standorte der Guardia Civil voran. Im Mittelpunkt stehen dabei nicht nur Sicherheitsfragen, sondern auch die angespannte Wohnraumsituation auf der Insel.

In Santa Eulària hat der Gemeinderat endgültig beschlossen, dem spanischen Staat ein rund 8.450 Quadratmeter großes Grundstück in Santa Gertrudis kostenlos für den Bau einer neuen Polizeikaserne zu überlassen. Unterstützt wurde der Vorschlag der konservativen Regierungspartei Partido Popular (PP) von den Sozialisten und Vox; Unidas Podemos stimmte dagegen.

Bürgermeisterin Carmen Ferrer (PP) bezeichnete das Vorhaben als Projekt von „öffentlichem Interesse“. Der Bau solle vor allem Unterkünfte und logistische Infrastruktur für die Guardia Civil schaffen. Ziel sei es, die „Einsatzfähigkeit der Sicherheitskräfte zu verbessern“ und zugleich bessere Wohnbedingungen für Beamte zu schaffen. Hintergrund ist die seit Jahren grassierende Wohnungsnot auf Ibiza, die inzwischen auch Polizei und Sicherheitskräfte betrifft.

Die Opposition bezeichnete das Vorhaben als das „geringere Übel“. Zwar gebe es Vorbehalte gegen neue Bebauung in Santa Gertrudis, sagte der Sozialdemokrat Alan Ripoll (PSOE), „aber noch weniger gefällt uns, dass Guardia-Civil-Beamte unter prekären Bedingungen leben müssen“.

Sant Josep fühlt sich bestätigt

Auch die Gemeinde Sant Josep plant Flächen für eine neue Guardia-Civil-Kaserne. Dort bestätigte der beratende Rechtsrat der Balearen (Consell Consultiu de Balears) nun das Vorgehen der Gemeinde bei der Räumung eines illegalen Camps bei Sant Jordi (Can Raspalls). Auf dem Gelände hatten zuvor 154 Wohnmobile, Zelte und sonstige Behausungen gestanden.

Bürgermeister Vicent Roig sprach denn auch von einer „klaren Bestätigung“ seines Handelns. Die Gemeinde hatte das Gelände nach der Räumung im März 2025 einzäunen lassen, um neue Besetzungen zu verhindern. Die Kosten von insgesamt rund 120.000 Euro sollen teilweise der Eigentümergesellschaft auferlegt werden.

Ungeachtet des Streits hält Sant Josep an Plänen fest, Teile des bislang ländlichen Areals (suelo rústico)  in Bauland umzuwandeln. Vorgesehen sind dort öffentlich geförderte Wohnungen sowie Flächen für eine neue Kaserne der Guardia Civil. Die Gemeinde sieht darin einen „wichtigen Schritt, um sowohl den Wohnungsmangel als auch die Sicherheitsprobleme auf Ibiza zu entschärfen“.

Auch interessant?

Aktuelles E-Paper

E-Paper IbizaHEUTE Mai 2026
  • IbizaHEUTE Sommerfest: Die grosse Party des Jahres
  • IbizaHEUTE Gourmet: Wo Spanier essen gehen
  • IbizaHEUTE Lifestyle: Mode und heisse Clubnächte
Jetzt abonnieren

Events & Termine

Zu allen Events