Zwei Unternehmerinnen aus Ibiza haben für ihr in den USA gegründetes Tech-Unternehmen eine Finanzierung in Höhe von 1,5 Millionen US-Dollar eingeworben. Das Start-up Aiva entwickelt KI-gestützte Software für die Hotelbranche. Begonnen hat alles im Studentenwohnheim.
Gegründet wurde das Unternehmen von Lucía Marí Sanguino und Paula Rodríguez Jou. Nach Angaben der Gründerinnen entstand die Idee im Studentenwohnheim der New Yorker Columbia University, an der eine der beiden derzeit studiert. An der Finanzierungsrunde beteiligten sich die US-Investoren Comma Capital und 645 Ventures.
Bewährungsprobe steht noch bevor
Aiva konzentriert sich auf sogenannte KI-Agenten und kontextbasierte Anwendungen, die Hotelbetrieben einen besseren Überblick über Abläufe im Haus und das Verhalten ihrer Gäste verschaffen sollen. Großen Datenmengen, die in Hotels täglich entstehen, sollen dadurch zum einen nutzbar gemacht werden. Zum anderen sollen daraus konkrete Handlungsempfehlungen abgeleitet werden. Der Vorteil für die Hoteliers: Mitarbeiter können schneller auf Wünsche reagieren und Bedürfnisse der Gäste teilweise bereits im Voraus erkennen. So zumindest stellen sich die beiden Ibizenkerinnen das vor.
„Zum ersten Mal verfügen Hotels über die Technologie, um ihr gesamtes Potenzial auszuschöpfen“, sagte Mitgründerin Paula Rodríguez. Mit dem frischen Kapital wolle das Unternehmen vor allem sein Entwicklerteam ausbauen, die Produktentwicklung beschleunigen und die Technologie bei den ersten Hotelkunden einsetzen.
State-of-the-Art von der Partyinsel
Der Zeitpunkt ist Branchenkennern zufolge günstig: Der Markt für digitale Lösungen im Tourismus und Gastgewerbe wächst seit Jahren, zusätzlich befeuert durch den rasanten Fortschritt bei Anwendungen künstlicher Intelligenz. Auf den Praxistest von Aiva darf man also gespannt sein.
Ihre Herkunft spielt für die beiden Gründerinnen eine wichtige Rolle. „Wir sind zwei Ibizenkerinnen, die in den USA Spitzentechnologie entwickeln, und wir wollen zeigen, dass man von einer Mittelmeerinsel aus auf globalem Spitzenniveau konkurrieren kann“, so Lucía Marí.
Aiva wurde erst in diesem Jahr im US-Bundesstaat Delaware gegründet und wird operativ von New York aus geführt. Ein gänzlich unbeschriebenes Blatt ist das Projekt aber längst nicht mehr: Im vergangenen Jahr gewann das Gründerteam einen Unternehmerwettbewerb an der Columbia University. Nun darf man gespannt sein, ob Aiva das Zeug hat, der bislang kurzen Erfolgsgeschichte noch das eine oder andere Kapitel hinzuzufügen.





