Vor Ibizas Nachbarinsel Formentera sind erneut zwei Leichen an der Küste entdeckt worden – mutmaßlich Opfer der irregulären Migration über das Mittelmeer. Parallel dazu müssen sich zwei mutmaßliche Schleuser vor Gericht verantworten.
Wie die Guardia Civil zu Wochenbeginn mitteilte, wurde ein Körper am Sonntagmorgen in der Cala Pou d’en Miquel Pere entdeckt, ein weiterer im Bereich des Es Pujols-Strands. Beide Leichname wurden in ein Bestattungsinstitut überführt und sollen auf dem Friedhof von Sant Francesc beigesetzt werden.
Angaben zur Identität machten die Behörden nicht. Ersten Erkenntnissen zufolge dürfte es sich jedoch um Bootsflüchtlinge aus Nordafrika handeln, die bei der Überfahrt ums Leben kamen. Es sind die ersten derartigen Funde in diesem Monat. Erst Ende März war die Leiche einer offenbar hochschwangeren Frau angespült worden. Damit steigt die Zahl der in den zurückliegenden Monaten nicht identifizierten Toten auf Formentera auf 22.
Schleuser vor Gericht
Parallel dazu befasst sich die Justiz mit einem mutmaßlichen Schleuserfall. Vor Gericht stehen zwei Männer aus Algerien, denen vorgeworfen wird, Migranten per Boot und gegen Geld auf die Balearen gebracht zu haben. Die Staatsanwaltschaft fordert jeweils sechs Jahre Haft wegen eines Vergehens gegen die Rechte ausländischer Staatsbürger (delito contra los derechos de los ciudadanos extranjeros).
Nach Erkenntnissen der Ermittler war das Motorboot Anfang 2025 von Algerien aus gestartet. An Bord sollen sich 24 Menschen befunden haben, darunter mehrere Frauen und Minderjährige. Die Überfahrt soll rund 17 Stunden gedauert und unter äußerst prekären Bedingungen stattgefunden haben. Der Anklageschrift zufolge soll das Boot zudem überladen gewesen sein und nur über einen Motor verfügt haben. Überdies seien keine ausreichenden Sicherheitsvorkehrungen getroffen worden. Auch Navigationsmittel hätten gefehlt, wodurch sich das Risiko eines Unglücks deutlich erhöht habe.
Die spanische Seenotrettung griff die Migranten schließlich kurz vor Formentera auf und brachte sie in Sicherheit. Die beiden mutmaßlichen Bootsführer wurden festgenommen und sitzen seitdem in Untersuchungshaft. Laut Anklage sollen sie hohe Geldbeträge für die Organisation der Überfahrt erhalten haben.





