IH+: Tierbestattungen

Illegale Tierfriedhöfe auf Ibiza: Politik bleibt untätig

Auf Ibiza breiten sich in geschützten Naturgebieten seit Jahren illegale Tierfriedhöfe aus. Besonders betroffen ist ein Areal bei Sa Caleta im Naturpark Ses Salines, wo zahlreiche Haustiere begraben wurden – teils in aufwendig gestalteten Gräbern. Das Problem: Bestattungen dieser Art sind verboten, denn das Gelände ist privat und steht unter strengem Naturschutz.

Hintergrund ist ein strukturelles Problem: Auf der Insel gibt es weder ein Tierkrematorium noch einen offiziellen Tierfriedhof. Tierhalter haben legal nur zwei Möglichkeiten – die Entsorgung über die Mülltonne oder die kostenpflichtige Einäscherung auf Mallorca. Letztere kostet nach Angaben von Betroffenen meist über 200 Euro. „Mit der emotionalen Bindung, die man zu einem Tier hat, zerreißt es mich bei dem Gedanken, dass mein Hund auf einer Müllkippe landet“, sagt eine Betroffene.

Neues Gesetzeslage

Die Behörden sehen die Entwicklung mit Sorge. Die Umweltstadträtin von Sant Josep spricht von „Verschmutzung, Gesundheitsrisiken und Fliegenplagen“. Bei Kontrollen sei auch ein halb vergrabenes Tier entdeckt worden. Zudem stellten Kerzen an Gräbern ein erhebliches Brandrisiko dar. Plastikabfälle, Glasscherben und nicht heimische Pflanzen belasteten das Ökosystem zusätzlich.

Rechtlich ist die Lage eindeutig: Haustiere dürfen in Spanien nicht in nicht genehmigten Bereichen bestattet werden. Verstorbene Tiere müssen ordnungsgemäß entsorgt oder von autorisierten Unternehmen eingeäschert werden, was auch nach neuer Gesetzeslage nachzuweisen ist. Dennoch werden illegale Bestattungen bislang kaum sanktioniert.

Lage seit Jahren festgefahren

Das Problem ist seit Jahren bekannt und in unregelmäßigen Abständen Gegenstand politischer Debatten. 2024 beschloss der Inselrat einstimmig die Schaffung eines Tierkrematoriums und eines Friedhofs. Auch mehrere Gemeinden forderten entsprechende Lösungen. Nur, umgesetzt wurde bislang nichts. Der Inselrat verweist auf fehlende Zuständigkeit, die Gemeinden auf ausbleibende Initiativen.

So bleibt die Lage wie sie ist: festgefahren. Während sich Tierhalter einen würdevollen Abschied für ihre Tiere wünschen, warnen Behörden vor Umwelt- und Gesundheitsgefahren. Doch ohne ein Krematorium wird sich auf Ibiza nicht viel ändern.

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