Glückliches Ibiza im Winter

Editorial von Dieter Abholte: Wie ich es sehe…

Liebe Leser,

Dieter Abholte

mit großen Schritten geht auf Ibiza nun auch die Nebensaison zu Ende, auf Formentera noch stärker. Freunde flogen schon gestern zurück nach Deutschland, andere steigen heute in die Maschine, obwohl sie gerne länger geblieben wären. Leser verabschieden sich per E-Mail bei uns: „Tschüss, bis um Ostern. Wir kommen zurück, wenn die ersten Flieger wieder direkt nach Ibiza fliegen. Auf das lästige Umsteigen haben wir keine Lust.“ Und da sind wir bei einem der großen Probleme Ibizas. Mit allen Mitteln wollen Inselregierung und Politik die Insel zum Paradies für den Wintertourismus machen.

Ist die Insel im Winter ja auch, dieses Paradies: Temperaturen über 20 Grad, während in Deutschland und dem übrigen nördlichen Europa Minustemperaturen und hohe Heizkosten angesagt sind. Wunderschöne Nachmittage in einem der noch offenen Strandlokale am Meer, wo die Sonne die Haut wärmt und der Wein im Glas funkelt. Spaziergänge oder Wanderungen am Meer oder entlang der Steilküsten, wo es nach Salz, Kräutern und Pinien duftet, als würde man an einem Glas mit dem Inselkräuterlikör Hierbas schnuppern. Oder bummeln und entdecken in der Festungsstadt und sich in der Fantasie vorstellen, wie es vor Jahrhunderten in den mächtigen Mauern war, als Ritter und Korsaren hier lebten. Als Pferde auf der Plaça de Vila hinter dem Stadttor und Sklaven auf dem Platz vor der Kathedrale verkauft wurden …

Zu wenig Direktflüge bleiben das Problem

Das alles könnten viele Besucher erleben. Wenn, ja wenn es Direktflüge im Winter geben würde. Gibt es aber so gut wie nicht. Der Flughafen ist im Winter so tot wie der Friedhof. Nur ein paar Maschinen vom Festland und aus Palma landen. Von Deutschland kommt nichts, also fast nichts. Einige Direktflüge gibt es über die Festtage von Düsseldorf und München aus. Von anderen Flughäfen wie Frankfurt, Köln, Hamburg oder Berlin hebt keine einzige Maschine mit direktem Ziel Ibiza ab – noch nicht einmal über Weihnachten oder Silvester. So der Stand heute, 8. November. Ich denke auch, daran wird sich nicht viel ändern. Einzige Ausnahme sind die Holländer. Die starten die Flieger in Amsterdam und Eindhoven – und ab 30. Januar von Weeze am Niederrhein in Richtung Ibiza.

Für alle anderen bleibt nur: Wenn Sie nach Ibiza wollen, müssen Sie umsteigen. So geht es über Madrid, Barcelona oder Palma, nicht selten mit stundenlangen Wartezeiten. Das dauert dann länger als der Flug in die Karibik. Das schreckt natürlich viele ab. Und weil der Wintertourismus zumindest scheintot ist, machen auch Hotels und Restaurants auf der Insel dicht. Und da schiebt einer dem anderen die Schuld dafür zu. Die Hotelbranche sagt: „Wir schließen über Winter, weil es keine Direktflüge gibt!“ Die Airlines kontern: „Wir fliegen nicht, weil auf Ibiza tote Hose ist und keiner hinwill!“ Fruchtlose Diskussionen, die nichts bringen.

Auf Ibiza ist auch im Winter buntes Leben

Aber bei einer Aussage protestiere ich mit allem Nachdruck: Auf Ibiza ist keine tote Hose. Die ist eher in Deutschland, wenn man von den Weihnachtsmärkten absieht. Auf unserer Insel ist auch im Winter buntes Leben. Allein für den heutigen Sonntag stehen zwölf Veranstaltungen in unserem bestens bestückten Terminkalender: Kunstmarkt in Sant Joan, Hippiemarkt Las Dalias, Patronatsfest in Santa Gertrudis, Patronatsfest in Sant Carles, Klassikkonzert in der Kirche Santo Domingo, Livemusik im Café Pereyra und, und, und …

Wo gefeiert wird, sind auch die Insulaner mit der ganzen Familie dabei. Genauso wie sonntags in einem der traditionellen Restaurants am Strand. Wo die Tische auch mal gleich für 20 Personen zur Paella gedeckt sind. Da ist dann die ganze Familie versammelt – von den Großeltern bis zu den Urenkeln, die fröhlich am Strand spielen, während Eltern, Tanten, Onkel, Oma und Opa den Sonntag mit der Familie bis zum Sonnenuntergang feiern. Und die Sonne geht hier heute erst um 17:47 Uhr unter, da ist es in Hamburg schon seit über einer Stunde stockduster. Wunderbar!

Dazu passt eine Nachricht, die ich in dieser Sekunde von Sabine und Georg erhalten habe. Sie haben ein Haus am Es Vedrà und sind gestern nach München geflogen. Ihre Nachricht: „Hallo Dieter! Wir sind wieder in Deutschland. Es ist eisig hier – die Stimmung und die Temperaturen …“ Ich kann zurückschreiben: „Hallo Sabine, hier scheint die Sonne, wir haben 22 Grad und gleich fahren wir zum Frühstück an den Strand.“ Und für mich ist klar: Ich bleibe auch im Winter auf Ibiza und gehe nur über die Festtage nach Hamburg. Das muss sein. Weihnachten mit der ganzen Familie ist uns heilig. Dann geht es aber gleich wieder zurück auf die Insel.

Und wann kommen Sie? Ibiza im Winter zu erleben und zu genießen, ist einfach wunderbar. Dafür lohnt sich auch die längere Anreise mit Umsteigen. Und wenn Sie aus dem Flugzeug steigen, erleben Sie eine andere Welt als in Deutschland – mit blühenden Blumen und fröhlichen Menschen.

Herzlichst, Ihr Dieter Abholte

 

 

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