Große Hitze unter strahlender Sonne, lange Fußwege wegen gesperrter Straßen, fehlender Schatten beim langen Warten, Angst vor Wolken im entscheidenden Moment… die Sonnenfinsternis forderte ihren Tribut, aber es hat sich gelohnt.
Wie es doch recht schnell finster wurde, dann wieder hell und Applaus einsetzte. Es folgte der normale Sonnenuntergang mit langer Dämmerung. In der langen Minute der totalen Finsternis gingen das Leuchtfeuer des Faro an, ebenso wie all die Solarlampen in den Gärten. Zikaden verstummten, Vögel flatterten unruhig, nur die Katze schlief völlig unbeeindruckt.

Keine schweren Zwischenfälle
Fazit: Tausende Menschen haben die Buchten und Küsten der Westküste aufgesucht. Aber es gab auf den Pityusen keine schwerwiegenden Vorfälle. Acht Einsätze meldeten die Rettungskräfte abends. Die meisten wegen Sonnenstichen oder Stürzen auf Felsen oder dem einen oder anderen Verkehrszwischenfall. Balearenweit war von 50 Einsätzen bis Mitternacht die Rede, darunter auch wegen möglicher Augenprobleme.
Die Gemeinden hatten sich intensiv auf den erwarteten Besucheransturm vorbereitet. Vor allem Sant Antoni und Sant Josep informierten frühzeitig über Sperrungen an Küsten und Zufahrtsstraßen sowie offizielle Aussichtspunkte. Zusätzliche Busse wurden eingesetzt und von vielen Besuchern genutzt – in Ibiza-Stadt bildeten sich zeitweise lange Schlangen an den Haltestellen. Gleichzeitig standen Polizei, Feuerwehr, Zivilschutz und Rettungsdienste für mögliche Notfälle bereit; in Sant Josep wurde eigens ein Einsatzleitstand eingerichtet, Santa Eulària aktivierte sogar erstmals seinen kommunalen Notfallplan.
Auf Ibiza waren die Anlaufstellen die wohlbekannten: Cala d’Hort, Es Codolar, Cap des Falcó, Sa Talaia de Sant Josep, Cala Comte, Cala Llentrista, Cala Llentia, Cala Tarida, der Hafen Sant Antonis, Ses Variades und Caló des Moro und in Sant Joan Benirràs und Portinatx. Hunderte Boote, von malerischen Llaüts bis zur Luxusyacht haben Position bezogen. Trotz mancher Wolken war die Sicht am Ende in den meisten Fällen frei.

Formentera sieht Eklipse auf Mallorca
Anders auf Formentera am Cap de Barbaria. Da ausgerechnet im Moment der Finsternis eine große Wolke das Spektakel verdeckte, guckten alle auf die große Leinwand. Dort haben nicht mehr die Astronomen Formenteras per Teleskop gesendet, die sahen ja auch nichts, sondern eine Live-Übertragung aus Mallorca wurde zugeschaltet. Rund 600 Personen am Cap de Barbaria kamen so in den Genuss des Bildes, die leichte Abkühlung und Dunkelheit war echt.

Offensichtlich haben Ibiza und Formentera ihrem Ruf wieder alle Ehre gemacht. Naturverbunden und friedlich haben die vielen Menschen das astronomische Ereignis erlebt. Und nach der Sonnenfinsternis ist vor der Sonnenfinsternis: Am 2. August 2027 erleben wir eine Teileklipse und am 26. Januar 2028 eine Ring-Eklipse. Die Schutzbrillen also aufbewahren!





