Die Stadt Eivissa hat am Samstag in der neu eröffneten Sa Peixateria ihre Kulturpreise 2026 verliehen. Bürgermeister Rafael Triguero würdigte dabei drei Persönlichkeiten, die das kulturelle Leben der Insel über Jahrzehnte geprägt haben. Es sind die Schauspielerin Dolors Corderas (posthum), den Comiczeichner Joan Escandell Torres und die Kunsthandwerkerin Maria Torres Orvay.
Bürgermeister Triguero betonte in seiner Ansprache die Bedeutung der Kultur für die Identität der Stadt. Er hob hervor, dass die Preisverleihung in der ehemaligen Fischhalle „Sa Peixateria“ zugleich ein Symbol für die Wiederbelebung bedeutender öffentlicher Räume sei.
Ehrung für Theaterpionierin Dolors Corderas
Posthum ausgezeichnet wurde die Schauspielerin, Regisseurin und Theaterpädagogin Dolors Corderas. Den Preis nahm ihre Tochter Àngels Martínez Corderas entgegen.
Corderas galt als eine der prägenden Persönlichkeiten des ibizenkischen Theaters. Über viele Jahre war sie Mitglied der Theatergruppe Arts i Oficis und wirkte an zahlreichen Produktionen mit. Darüber hinaus engagierte sie sich bei der Theatergruppe Les Querubines der Llar Eivissa und stand unter anderem in klassischen Inszenierungen wie „L’assemblea de les dones“ des griechischen Dramatikers Aristophanes auf der Bühne.
Auch im Film war sie aktiv und wirkte unter anderem in „El dia de Tots Sants“ des ibizenkischen Regisseurs Héctor Escandell sowie in mehreren Kurzfilmen junger Filmschaffender der Insel mit. Nach ihrem Tod im Jahr 2022 wurde sie mehrfach für ihr kulturelles Engagement geehrt.

Joan Escandell – Ibiza auf den Seiten der Comicwelt
Mit Joan Escandell Torres wurde einer der international bekanntesten Künstler Ibizas ausgezeichnet. Der 1937 im Viertel Sa Penya geborene Zeichner zählt zu den bedeutendsten Vertretern des spanischen Comics.
Nach seinem Umzug nach Barcelona in den 1950er Jahren arbeitete er für den legendären Verlag Bruguera und schuf Figuren und Serien wie „Sargento Furia“ oder „Astromán“. Später zeichnete er für internationale Unternehmen wie Disney und arbeitete unter anderem an Figuren wie Donald Duck oder Charakteren aus „Der König der Löwen“.
Auch bekannte spanische Comicreihen wie „El Capitán Trueno“ und „El Jabato“ tragen seine Handschrift. Bis heute ist Escandell künstlerisch aktiv. Zu seinen jüngsten Veröffentlichungen zählen die autobiografische Graphic Novel „Dibuixant tebeos entre Eivissa i Barcelona“ sowie grafische Biografien über Charles Darwin und Christoph Kolumbus.

Bewahrerin ibizenkischer Traditionen
Die dritte Auszeichnung ging an Maria Torres Orvay, eine der wichtigsten Vertreterinnen des traditionellen Kunsthandwerks auf Ibiza.
Die vom Inselrat bereits 2016 zur Ehrenmeisterin des Handwerks ernannte Kunsthandwerkerin widmet sich seit Jahrzehnten der Herstellung und Vermittlung traditioneller ibizenkischer Handwerkskunst. Besonders bekannt ist sie für die Fertigung von Espardenyes (traditionellen Espadrilles), Hüten und weiteren Bestandteilen der traditionellen Inseltracht.
Durch ihre Arbeit mit der Tanzgruppe Colla de Sa Bodega sowie durch zahlreiche Kurse und Workshops hat sie maßgeblich dazu beigetragen, traditionelle Handwerkstechniken an jüngere Generationen weiterzugeben und vor dem Verschwinden zu bewahren.

Kultur als Teil der Identität
In seiner Rede erinnerte Bürgermeister Rafael Triguero daran, dass hinter vielen kulturellen Traditionen und Errungenschaften konkrete Menschen stünden, die einen großen Teil ihres Lebens dafür eingesetzt hätten.
„Unsere Stadt wäre ohne die Arbeit all jener Menschen, die unsere Identität und unser kulturelles Erbe lebendig halten, nicht dieselbe“, sagte Triguero.
Mit den Kulturpreisen 2026 würdigt die Stadt Eivissa drei Persönlichkeiten, die auf ganz unterschiedliche Weise dazu beigetragen haben, das kulturelle Erbe der Insel zu bewahren, weiterzuentwickeln und über ihre Grenzen hinaus bekannt zu machen.






