Ibiza-Genuss: Zeit für weißen Winterfisch, den Gerret. Der typische Ibiza-Fisch hat nämlich jetzt Saison. Gerade im Winter ist er auf den Märkten der Insel zu finden. Die Schnauzenbrasse, die sich im Meer rund um Ibiza und Formentera tummelt, verkauft sich auf Ibiza gerade jetzt ausgesprochen gut. Zum Beispiel in der Markthalle in Ibiza-Stadt, dem Mercat Nou.

Ibiza-Genuss: Zeit für den weißen Winterfisch
Und das liegt daran, dass der kleine Fisch sehr geschätzt bei den Ibizenkern ist. Sein Fleisch ist saftig und zart. Und er lässt sich auf vielseitige Art und Weise zubereiten. Er schmeckt gekocht, gegrillt und bringt Kraft in jede Brühe. Zudem ist er zu vernünftigen Preisen zu haben, auch das macht ihn beliebt. So kostet derzeit das Kilo zirca 9,90 Euro.
„Rund 80 Prozent der Fische, die wir momentan verkaufen, sind Gerrets“, sagt denn auch Fischhändler José Moyà, Besitzer der Pescadería „Carmen Fiona“ im Mercat Nou. „Es gibt den kleineren Gerretó, der frittiert wird, während der größere Gerret mit Vorliebe sauer eingelegt oder gerillt wird“, erzählt er.
Doch trotz des Verkaufserfolgs, fällt Moyà eines auf: „Junge Menschen schätzen den Fisch nicht mehr so sehr wie frühere Generationen“. Dabei steht dieser charakteristische Winterfisch seit Urzeiten auf dem Speisezettel der Ibizenker.
Lokales Lebensmittel par excellence
Der Weißfisch stammt aus lokalen Gewässern, was ihn sozusagen zu einem km-0-Produkt für nachhaltigeren Konsum macht. Diesen einheimischen Meeresbewohner nennen die Ibizenker auch caramel oder picarel. Die lateinische Bezeichnung der Schnauzenbrasse lautet Spicara smaris.
Schnauzenbrasse: Typisch Ibiza
Das Meerestier gehört zu der Ordnung der Barschartigen. Es ist ein kleiner, bis zu 20 Zentimeter langer, silbrig schimmernder Fisch, der es in sich hat: Denn sein wertvoller Omega-3-Gehalt ist beachtlich.
Er gehört zu den Fischarten, verhältnismäßig wenig ungesundes Quecksilber in ihrem Körper speichern, wie das Wissenschaftsinstitut Centro Superior de Investigaciones Científicas (CSIC) festgestellt hat.
Fest für die Schnauzenbrasse
Im Rahmen der Studie hatten Forscher 58 Fisch- und Schalentierarten auf das Schwermetall untersucht. Bei 13 von ihnen lag der Gehalt weit unter den Grenzwerten, die die Europäische Union für einen sicheren Verzehr festgelegt hat. Die Gerrets gehören dazu. Und noch eine gute Nachricht: Gerrets sind nicht überfischt. Der Bestand gilt als stabil.

Grund genug, ihm in Santa Eulària ein eigenes Fest zu widmen: die Fira des Gerret. Das Fest findet gegen Ende der Fangsaison meist Anfang März statt.
Gerret mit Knoblauch-Petersilien-Sauce
Die Schnauzenbrasse schmeckt gegrillt (Gerret a la brasa) mit einem Sößchen aus Knoblauch, Petersilie und ein paar Tropfen Zitrone. Oder sie kommt als Reisgericht mit Blumenkohl daher (Arròs amb Gerret i Pinya de Col). Zuhause mundet sie köstlich einfach in Olivenöl in der Pfanne gebraten, mit Meersalz verfeinert, Brot dazu, fertig.
Klar, der Gerret hat auch einige Gräten, kleine dazu. Doch dafür punktet der Fisch mit einem feinen, aromatischen, saftigen Fleisch.



