Luftfahrt

Ibiza-Senator fordert Abgaben auf Kerosin für Privatjets

Privatjets auf Ibiza könnten schon bald stärker zur Kasse gebeten werden. Die Verkehrs- und Nachhaltigkeitskommission des spanischen Senats hat einen Vorstoß des Senators für Ibiza und Formentera, Juanjo Ferrer, angenommen, der eine Besteuerung des Treibstoffs privater Flugzeuge fordert. 

Die Initiative richtet sich gegen die nach Ansicht Ferrers besonders klimaschädliche Form des Luftverkehrs. Privatjets seien „die umweltschädlichste Transportform“, die am meisten Energie verbrauche und zugleich die geringste Zahl von Passagieren pro zurückgelegtem Kilometer befördere, sagte der Senator. Zudem handele es sich um einen Bereich, in dem soziale Ungleichheiten besonders sichtbar würden.

Ferrer verwies dabei auf die besondere Bedeutung Ibizas für den europäischen Privatflugverkehr. Der Flughafen der Insel verzeichne mehr Bewegungen von Privatjets als „jeder andere Flughafen Spaniens“ und liege europaweit auf Rang acht. Zwar verursache die private Luftfahrt nach seinen Angaben lediglich zwischen zwei und vier Prozent der gesamten Emissionen des Luftverkehrs. Pro Flugstunde entstünden jedoch durchschnittlich „rund zwei Tonnen Kohlendioxid“. Das sei etwa 14-mal mehr als bei einem regulären Linienflug und rund 50-mal mehr als im Schienenverkehr.

Hitzewelle und schwere Unwetter

Hintergrund der Forderung ist eine seit Jahren geführte Debatte in Europa über steuerliche Ausnahmen für Flugtreibstoff. Kerosin auf internationalen Flügen ist aufgrund historischer internationaler Vereinbarungen in der Europäischen Union weitgehend von Mineralöl- und Verbrauchssteuern befreit. Kritiker halten diese Sonderregelung insbesondere bei Privatjets angesichts ihrer vergleichsweise hohen Emissionen pro Passagier für nicht mehr zeitgemäß.

Zur Begründung seines Vorstoßes verwies Ferrer außerdem auf die Folgen des Klimawandels für die Balearen. Die Inseln seien von zunehmenden Wetterextremen „wie den schweren Unwettern des vergangenen Herbstes“ und wiederkehrenden Hitzewellen besonders betroffen. Unter Berufung auf Studien, auf die auch Greenpeace verweist, warnte er vor erheblichen langfristigen Auswirkungen des steigenden Meeresspiegels auf Formentera und andere Teile des Archipels.

Die Senatskommission billigte die Initiative mit den Stimmen der Fraktion Esquerra Confederal sowie der Baskischen Nationalistischen Partei (PNV). Die beiden wichtigsten spanischen Parteien, die Sozialdemokraten (PSOE) und die konservative Volkspartei (PP), enthielten sich.

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