In der kommenden Woche beginnt auf den Balearen das neue Schuljahr. Auf Ibiza und Formentera ist die Lage etwas besser als in den vergangenen Jahren, doch von einem reibungslosen Start kann keine Rede sein. Vor allem der Mangel an bezahlbarem Wohnraum, hohe Lebenshaltungskosten und noch nicht abgeschlossene Bauarbeiten bereiten Lehrern, Gewerkschaften und Eltern Sorgen. Aber es gibt auch eine gute Nachricht.
Immerhin, bei der Besetzung der Lehrerstellen gibt es Fortschritte. Die frühzeitigen Vergabeverfahren haben nach Angaben der Bildungsbehörde dazu geführt, dass mehr Lehrkräfte rechtzeitig an ihren Schulen eintreffen konnten. Auf Formentera seien inzwischen sämtliche offenen Stellen besetzt. Auf Ibiza bestehen dagegen weiterhin Engpässe in einzelnen Fächern, darunter Katalanisch, Informatik und Mathematik. Nach Angaben der Gewerkschaft ANPE waren allein 26 Katalanisch-Stellen nach verschiedenen Verfahren noch unbesetzt.
Ibiza kein Wunschziel
Das größere strukturelle Problem bleibt jedoch der Wohnungsmarkt. Für Lehrkräfte, die von außerhalb auf die Inseln kommen, sei es zunehmend schwierig, eine bezahlbare Unterkunft zu finden, beklagen die Gewerkschaften. „Die Wohnungsfrage bleibt zweifellos eines der Hauptprobleme, um Lehrer auf die Inseln zu holen und dort zu halten“, sagt Azahar Tortonda von der UGT. Besonders problematisch sei die Situation bei Vertretungen und befristeten Verträgen. Auch die hohen Lebenshaltungskosten trügen dazu bei, dass die Pityusen bei Lehrkräften alles andere als ein Wunschdestination sei.
Die balearische Bildungsbehörde will die Problematik deshalb in die Planung für die Jahre 2027 bis 2031 aufnehmen. Vorgesehen sind unter anderem Maßnahmen zur Unterstützung bei der Wohnungssuche, insbesondere auf Formentera, sowie Hilfen für die Mobilität zwischen den Inseln.
Weitere Sorgen bereitet die Hitze in den Klassenräumen. Der Elternverband FAPA Ibiza berichtet von Schulen mit unzureichender Klimatisierung. Auch die Gewerkschaft CCOO kritisiert, dass ein bereits geplantes Klimatisierungsprogramm noch nicht vollständig umgesetzt sei. Hinzu kämen nicht abgeschlossene Bauarbeiten und Platzprobleme. Die UGT fordert deshalb „mehr Transparenz“ bei geplante Investitionen und den Ausbau von Schulplätzen.
Kantine in allen Schulen
Eine gute Nachricht gibt es bei den Schulkantinen: Im neuen Schuljahr sollen alle 243 öffentlichen Kindergärten und Grundschulen der Balearen über einen Kantinenservice verfügen. Zu Beginn der Legislaturperiode hatten noch 48 Schulen kein entsprechendes Angebot. Im September kommen 15 neue Kantinen hinzu, die vier übrigen sollen bis Jahresende folgen. Die Bildungsbehörde sieht darin nicht nur eine bessere Versorgung der Schüler, sondern auch eine Entlastung berufstätiger Familien und eine Unterstützung sozial benachteiligter Kinder.
Damit startet das neue Schuljahr auf Ibiza und Formentera mit einigen Verbesserungen, aber auch mit bekannten Problemen. Vor allem Wohnungsnot, Hitze, Platzmangel und bauliche Defizite bleiben ungelöst.





