In der Bucht von Sant Antoni weht an diesem Mittwoch erneut die rote Flagge. Nachdem Anwohner und Urlauber über starken Fäkaliengeruch geklagt hatten, haben die örtlichen Behörden den Strand an der Punta Xinxó gesperrt. Der Küstenabschnitt ist bekannt für derartige Probleme.
Ein erneuter Rohrbruch im Abwassernetz hat in Cala de Bou auf Ibiza zu einem Austritt von Fäkalien geführt. Die Gemeinde Sant Josep sperrte deshalb den Strand von Punta Xinxó aus Sicherheitsgründen bis auf Weiteres. Während die beschädigte Leitung repariert wird, wächst der Unmut unter Anwohnern über die aus ihrer Sicht marode Kanalisation.
Nach Angaben der Gemeindeverwaltung sollen nun rund zehn Meter einer beschädigten Abwasserleitung ersetzt werden. Die Arbeiten hätten bereits am Morgen begonnen. Aus dem Rathaus heißt es, es handle sich um den ersten Fäkalienaustritt dieser Tourismussaison. Frühere Strandsperrungen an diesem Küstenbereich seien auf andere Ursachen zurückzuführen gewesen.
Die Anwohner sehen das allerdings anders. Sie führen die wiederkehrenden Probleme auf veraltete Rohre und die hohe Belastung während der Urlaubssaison zurück, wenn die Einwohnerzahl durch Touristen vorübergehend stark ansteigt.
Problem spätestens seit 2022 bekannt
Anwohner berichteten am Mittwoch von überlaufenden Gullys, starkem Fäkaliengeruch und davon, dass sie Terrassen oder Außenbereiche ihrer Häuser zeitweise „kaum noch nutzen“ könnten. Nach ihrer Ansicht reichen die bisherigen Reparaturen nicht aus, da lediglich einzelne Schäden behoben würden. „Man muss alles austauschen, alle Rohre“, sind sie überzeugt.
Die Probleme in der Bucht von Sant Antoni sind seit Jahren bekannt. Bereits 2022 kam es nach einem Leitungsbruch in der Nähe des Auditori Caló de s’Oli zu einem wochenlangen Austritt von Abwasser. Die Umweltinitiative Salvem sa Badia sprach damals von der „größten Umweltkatastrophe in der Bucht der vergangenen Jahre“ und forderte umfassende Maßnahmen.
Die Gemeinde verweist darauf, dass regelmäßig Feuchttücher, Hygieneartikel und andere Abfälle aus den Leitungen entfernt werden müssten. Diese führten immer wieder zu Verstopfungen, erhöhtem Druck im Leitungssystem und letztlich zu Rohrbrüchen. Die Verantwortung liege somit letztlich bei den Bewohnern und Urlaubern.





