Artenschutz

Sorgenkind Fischadler: Jetzt sollen Fake-Nester helfen

Mit künstlichen Nisthilfen will die Balearen-Regierung die Bestände des Fischadlers weiter stärken. Die dauerhaft installierten Nester wurden an ausgewählten Standorten auch auf Ibiza und Formentera angebracht und sollen der bedrohten Greifvogelart sichere Brutplätze bieten.

Finanziert wird das Nist-Projekt über den europäischen Wiederaufbaufonds Next Generation EU. Auf Ibiza zeigt das Schutzprogramm nach Angaben der Regionalregierung bereits Erfolge. Während der Brutsaison 2025 hätten dort drei Fischadlerpaare erfolgreich gebrütet und vier Jungvögel großgezogen. Auf Formentera hingegen sei die Art seit den 1960er-Jahren nicht mehr als Brutvogel nachgewiesen worden.

Der balearische Umwelt- und Landwirtschaftsminister Joan Simonet bezeichnete den Fischadler als „eines der großen Symbole unseres Naturerbes“. Der Schutz bedrohter Arten genieße in seinem Ministerium höchste Priorität. Zwar habe sich der Bestand in den vergangenen Jahren erholt, dennoch werde der Fischadler auf den Balearen weiterhin als gefährdete Art eingestuft.

Formentera weiterhin ohne Fischadler

Die Standorte der insgesamt acht von Menschenhand gefertigten Nestern wurden auf Grundlage einer Studie der Naturschutzorganisation GOB ausgewählt. Dabei werteten Fachleute frühere Brutplätze sowie Ortsnamen aus, die auf historische Vorkommen der Art hindeuten. Anschließend entschieden sie sich für geschützte Felsvorsprünge, Höhlen und Klippen, die als besonders geeignete Brutplätze gelten. Die Arbeiten wurden zwischen April und Mai 2026 abgeschlossen.

Die Fake-Nester befinden sich zumeist in schwer zugänglichen Gegenden. Foto: Balearen-Regierung

Nach Angaben der Regionalregierung reagiert der Fischadler während der Brutzeit äußerst empfindlich auf Störungen. Menschliche Aktivitäten hätten im Laufe des 20. Jahrhunderts zu einem starken Rückgang der Population geführt. Deshalb werde die Art weiterhin durch verschiedene Programme überwacht und geschützt.

Die jüngsten Ergebnisse zeigten zwar, dass die bisherigen Maßnahmen Wirkung entfalten, so Simonet. Gleichzeitig machten sie aber auch deutlich, dass die Population nach wie vor klein und anfällig sei. Deshalb sei es laut Simonet „unerlässlich, weiter in bessere Brutbedingungen zu investieren, die Lebensräume zu schützen und sicherzustellen, dass sich dieser positive Trend in den kommenden Jahren fortsetzt“.

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