Rund 25 Nationen bei der 7. Weltmeisterschaft im Steinschleudern – die Titelverteidiger Raúl Lopera und Pepi Aguilar wollen erneut gewinnen.

Steinschleuder-WM auf Ibiza: Fünf Tage Wettkämpfe auf den Pityusen

Ibiza und Formentera stehen in dieser Woche im Zeichen einer besonderen Tradition: Bei der 7. Weltmeisterschaft im Steinschleudern messen sich Teilnehmer aus aller Welt. Vom 21. bis 25. Oktober findet auf den Pityusen die „7ª Copa del Mundo de Tiro con Honda – Memorial Mateu Cañellas Roca“ statt. Erwartet werden Schützen aus rund 24 bis 26 Ländern. Dabei geht es nicht nur um sportliche Erfolge, sondern auch um die Bewahrung einer jahrhundertealten Tradition der Balearen. Neben den Wettkämpfen sollen die Teilnehmer die Inseln kennenlernen und sich untereinander austauschen. Die sportlichen Höhepunkte stehen am Wochenende bevor.

Schützen aus aller Welt auf Ibiza

Wie Pep Ribas Ribas, Präsident der World Slinging Association und einer der maßgeblichen Organisatoren, erklärt, ist es nicht einfach, die traditionsreiche Sportart international bekannter zu machen. Historische Darstellungen und Vorführungen bei Veranstaltungen in verschiedenen europäischen Ländern sorgen jedoch dafür, dass das Interesse am Steinschleudern wächst.

Die Teilnehmer reisen aus zahlreichen Ländern an. Erwartet werden unter anderem Schützen aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, den Niederlanden, Frankreich, Großbritannien, Belgien, Litauen, Rumänien, Marokko, Kolumbien, Peru, Uruguay und den USA. Auch Teilnehmer aus Australien und Neuseeland sind angekündigt. Spanien ist ebenfalls vertreten, besonders stark soll Andalusien präsent sein.

Ein besonderes Augenmerk liegt in diesem Jahr auf dem gemeinschaftlichen Charakter der Veranstaltung: Die internationalen Teilnehmer wohnen gemeinsam im Hotel Ibiza Playa in Figueretas. So soll neben dem Wettbewerb auch der persönliche Austausch zwischen den Sportlern aus unterschiedlichen Ländern gefördert werden.

Die Titelverteidiger im Fokus

Sportlich richten sich die Blicke auf die amtierenden Weltmeister von 2025. Bei den Männern will der menorquinische Schütze Raúl Lopera seinen Titel verteidigen. Bei der vergangenen Weltmeisterschaft erreichte er nach Angaben der Veranstalter 88 Punkte und eine Trefferquote von mehr als 50 Prozent.

Lopera kam bereits in der Schule mit dem Steinschleudern in Kontakt und fertigt seine Schleudern, auf den Balearen auch „Bassetges“ genannt, sogar selbst in Handarbeit an. Damit verbindet er sportliches Können mit traditionellem Handwerk.

Bei den Frauen tritt Pepi Aguilar aus Álora in der Provinz Málaga an. Sie gehört zu den herausragenden Schützinnen der Szene und möchte ihren Weltmeistertitel ebenfalls verteidigen. Während bei den Männern mehrere Athleten Chancen auf den Sieg haben, gilt Aguilar als besonders starke Konkurrentin in ihrer Kategorie.

Ein Sport mit tiefen Wurzeln auf den Balearen

Die Weltmeisterschaft ist mehr als ein internationales Sportereignis. Das Schießen mit der Steinschleuder gehört zu den überlieferten Traditionen der Balearen. Über Generationen hinweg diente die Schleuder unter anderem dazu, Tiere zu hüten und Steine gezielt über größere Entfernungen zu schleudern. Heute wird die Technik als Sport gepflegt und bei Wettkämpfen unter Beweis gestellt.

Pep Ribas Ribas beschreibt das Steinschleudern als eine Verbindung aus „Spiel, Tradition und Geschichte“. Der Name des Wettbewerbs erinnert an Mateu Cañellas Roca, den Gründer und Ehrenpräsidenten des balearischen Steinschleuderverbandes. Er setzte sich über viele Jahre dafür ein, die Sportart zu dokumentieren, zu bewahren und weiterzuentwickeln.

Auch Kinder sollen die Tradition kennenlernen

Ein wichtiges Anliegen der Veranstalter ist es, die Begeisterung für das Steinschleudern an die nächste Generation weiterzugeben. Bei Schulvorführungen im vergangenen Jahr verfolgten nach Angaben der Organisatoren rund 400 Kinder im Reina-Sofía-Gebiet die Demonstrationen.

Auch während der diesjährigen Weltmeisterschaft sind erneut Besuche und Vorführungen an Schulen geplant, insbesondere in Sant Antoni. Darüber hinaus ist eine Demonstration auf der Nachbarinsel Formentera im Gespräch.

Das Rahmenprogramm soll den internationalen Gästen weitere Einblicke in die Geschichte und Entwicklung des Sports ermöglichen. Geplant sind unter anderem Gesprächsrunden mit Organisatoren aus Polen und erfahrenen Pionieren aus Großbritannien. Musik soll die Begegnung zum Abschluss der Veranstaltungswoche abrunden.

Damit verbindet die Weltmeisterschaft sportlichen Ehrgeiz mit kulturellem Austausch – und rückt eine Tradition ins Rampenlicht, die auf Ibiza und Formentera bis heute lebendig ist.

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