Standortnachteil

Warum der spanische Staat auf Ibiza keine Mitarbeiter findet

Selbst der spanische Staat hat Schwierigkeiten, auf Ibiza genügend Personal zu finden. Mehr als jede vierte Stelle der Zentralverwaltung war zuletzt unbesetzt. Besonders dramatisch ist die Situation beim nicht verbeamteten Personal.

Von den 355 Stellen, die die spanische Zentralverwaltung auf Ibiza eingerichtet hat, waren im September 2025 insgesamt 94 unbesetzt. Das entspricht einer Quote von 26,5 Prozent. Bei den Beamtenstellen fehlten 23,8 Prozent der Beschäftigten. Noch größer war die Lücke beim nicht verbeamteten Personal: Von 35 vorgesehenen Stellen waren nur 17 besetzt, 18 blieben vakant – mehr als die Hälfte.

Ibiza kein Einzelfall

Die Gewerkschaft UGT sieht darin ein strukturelles Problem. „Die Staatsverwaltung ist vor allem auf Ibiza bei der Betreuung der Bürger wegen des Personalmangels immer wieder gescheitert“, sagte Miguel Ángel Romero, Generalsekretär der UGT für den öffentlichen Dienst auf den Balearen.

Die Zahlen stammen aus September 2025. Neuere Daten lagen bei der Vorstellung noch nicht vor. Nach Einschätzung der Gewerkschaft hat sich an der Situation jedoch seither „wenig geändert“.

Ibiza ist damit keineswegs die einzige Baleareninsel mit einem Personalproblem. Auf Mallorca waren 989 von insgesamt 3.634 Stellen der Zentralverwaltung unbesetzt, eine Quote von 27,2 Prozent. Menorca schnitt noch schlechter ab: Dort waren 100 von 323 Stellen vakant, also knapp 31 Prozent. In der gesamten Autonomen Gemeinschaft fehlten 1.183 von 4.312 Beschäftigten.

Höhere Inselzulage gefordert

Auffällig ist vor allem der hohe Anteil unbesetzter Stellen beim nicht verbeamteten Personal. Auf Mallorca lag er bei 53,3 Prozent, auf Menorca sogar bei 55,2 Prozent.

Für die Inseln wird die ausgedünnte Personaldecke bei Staatsbediensteten zunehmend zum Problem. Die hohen Lebenshaltungskosten und vor allem der Mangel an bezahlbarem Wohnraum erschweren es Ibiza und den Nachbarinseln, Beschäftigte dauerhaft auf der Insel zu halten oder neue Mitarbeiter dorthin zu locken. Öffentliche Arbeitgeber konkurrieren zudem mit der privaten, stark vom Tourismus geprägten Wirtschaft.

Die UGT fordert deshalb „bessere Bedingungen für Staatsbedienstete“ auf den Balearen, also für Polizisten, Lehrer, Pflegepersonal oder Verwaltungsangestellte. Dazu gehöre insbesondere eine höhere Inselzulage. Nach den Plänen, die die Gewerkschaft im Juli vorstellte, sollte sie für bestimmte Beschäftigte um bis zu 500 Euro monatlich steigen.

Ob letztlich genügend Anreize geschaffen werden, um die zahlreichen offenen Stellen zu besetzen, bleibt abzuwarten. Fest steht: Ibiza ist nicht nur für Wohnungssuchende eines der teuersten Pflaster Spaniens – auch der Staat als Arbeitgeber bekommt den Standortnachteil inzwischen deutlich zu spüren.

Auch interessant?

Aktuelles E-Paper

E-Paper IbizaHEUTE Juli 2026
  • IbizaHEUTE Essen & Trinken: Romantik-Restaurant, Sommer-Drinks, News
  • IbizaHEUTE nicht verpassen: Sonnenfinsternis, Feuerwerk, perfekter Tag
  • IbizaHEUTE Lifestyle: Traumstrände, Traumhaus, teure Strandliegen
Jetzt abonnieren

Events & Termine

Zu allen Events