Immer häufiger erreichen Migranten in kleinen Booten aus Nordafrika Ibiza und Formentera. In den vergangenen Tagen wurden erneut mehrere Migrantenboote vor den Pityusen registriert. Nach den dramatischen Ereignissen in Ceuta wächst deshalb auch auf Ibiza und Formentera die Sorge vor einer möglichen Überlastung.
In Ceuta, der spanischen Exklave an der nordafrikanischen Küste, eskalierte die Lage Ende Juli: Rund 72.000 Migranten gelangten innerhalb kurzer Zeit aus Marokko über die Grenze. Polizei, Unterbringung und öffentliche Dienste gerieten dadurch massiv unter Druck.
Ibizas Inselratspräsident Vicent Marí warnte nun am Wochenende vor einem ähnlichen Szenario. Er habe „Albträume“ bei dem Gedanken, dass hier eines Tages 100 oder 200 Boote auf einmal ankommen könnten. Der Consell betreut bereits rund 130 unbegleitete minderjährige Migranten.
Marí fordert mehr Unterstützung und Vorsorge durch die spanische Zentralregierung. Humanitäre Hilfe müsse gewährleistet werden, zugleich dürften soziale Dienste und das tägliche Leben der Residenten nicht unter einer Überlastung der begrenzten Inselstrukturen leiden.
Auch in der Bevölkerung wächst der Druck: Nach Protesten in Madrid gingen zuletzt auch auf Ibiza Menschen auf die Straße. Dabei wurden mehr staatliche Unterstützung und ein stärkerer Grenzschutz gefordert; zugleich gab es deutliche Kritik an der Migrationspolitik der Regierung von Pedro Sánchez.
Die Lage auf Ibiza ist derzeit nicht mit Ceuta vergleichbar. Doch die regelmäßigen Bootsankünfte zeigen: Die Frage, wie die Insel mit stark steigenden Zahlen umgehen könnte, wird immer drängender.





