Die Gemeinde Sant Antoni auf Ibiza ist für ihr Programm zur nachhaltigen Stadtentwicklung mit einem europäischen Preis ausgezeichnet worden. Beim Wettbewerb InGreen City Awards erhielt die Kommune den ersten Preis in der Kategorie „Green City Award“. Die Stadtplaner sehen sich bestätigt.
Gewürdigt wurde ein umfassendes Projekt zur Dekarbonisierung und Stadterneuerung, das mit Mitteln des europäischen Aufbauprogramms NextGeneration finanziert wird. Im Zentrum des Vorhabens steht die Umgestaltung des Ortskerns. Darüber informierte am Dienstag das Rathaus.
Kulturzentrum und Photovoltaik
Insgesamt fließen demnach mehr als 6,7 Millionen Euro in Maßnahmen, die für weniger Verkehr sorgen, die Aufenthaltsqualität erhöhen und nachhaltige Mobilität fördern sollen. Dazu gehören nach Darstellung der Gemeinde insbesondere mehr Fußgängerzonen und Radwege sowie eine bürgerfreundliche Neugestaltung öffentlicher Räume.
Als eines der wichtigsten Projekte gilt die Umwandlung der Carrer Vara de Rey in einen knapp 9.600 Quadratmeter großen Fußgängerboulevard. Er verbindet das Zentrum von Sant Antoni mit der Uferpromenade rund um das bekannte Café del Mar. Die Stadt will auf diese Weise den öffentlichen Raum deutlich aufwerten. Zudem wurde das historische Anwesen Can Tonís, an der Ecke Carrer Vara de Rey/Carrer de Santa Agnès, in ein Kulturzentrum umgewandelt.
Auch erneuerbare Energien spielen für die Gemeinde eine zunehmend wichtige Rolle. Auf dem Gelände der Cervantes-Schule entsteht gegenwärtig eine Photovoltaikanlage mit einer Leistung von 110 Kilowatt. Nach Angaben der Projektverantwortlichen soll sie jährlich rund 167.000 Kilowattstunden Strom erzeugen und damit mehr als 170 Tonnen Kohlendioxid einsparen. Ergänzt wird das Programm durch eine Vielzahl von Umweltsensoren, die künftig die Luftqualität an verschiedenen Orten der Gemeinde in Echtzeit erfassen sollen.
Stadtplaner sehen sich bestätigt
Die InGreen City Awards zeichnen Projekte aus, die zur Klimaneutralität, zur Verbesserung der Lebensqualität und zu einer nachhaltigen Entwicklung urbaner Räume beitragen. Sant Antoni setzte sich dabei in der Kategorie für Städte und kommunale Verwaltungen durch.
Umweltstadträtin Pepita Torres (Volkspartei, PP) sprach nach der Preisverleihung von einer „großen Genugtuung“ für die Gemeinde. Die Auszeichnung zeige, dass die Bemühungen um einen nachhaltigeren und besser zugänglichen Ort auch auf europäischer Ebene Anerkennung fänden. Der Preis sei ein Beleg dafür, dass die umfassende Umgestaltung des Ortszentrums inzwischen über Ibiza hinaus für Aufmerksamkeit sorge.





