Gedenkstätte

Eine „Mauer der Würde“ für Ibizas Bürgerkriegsopfer

Auch fast neun Jahrzehnte danach ist die geschichtliche Aufbereitung des Spanischen Bürgerkriegs (1936-39) längst nicht abgeschlossen. Auf Ibiza soll nun ein sichtbares Zeichen an die Menschen erinnern, die während des blutigen Konflikts bei Bombenangriffen ums Leben kamen.

Die Balearenregierung will gemeinsam mit der Stadtverwaltung eine sogenannte Muro de la Dignidad, eine Mauer der Würde, errichten. Nach Angaben der Regionalregierung sind auf Ibiza 26 Todesopfer der Bombardierungen dokumentiert. Sie gehören zu insgesamt 152 Menschen, deren Tod bei Luftangriffen auf die Balearen in einem historischen Forschungsprojekt erfasst wurde. Demnach kamen 97 Menschen auf Mallorca, 29 auf Menorca und 26 auf Ibiza ums Leben.

Die Untersuchung stützt sich auf unterschiedliche dokumentarische und archivische Quellen. Sie erfasst nicht nur die Zahl der Opfer, sondern klärt auch, wo die Bombardierungen stattfanden. Damit sollen die Schicksale der Betroffenen „aus der Anonymität historischer Akten und Studien geholt“ werden, teilte die Landesregierung mit.

Darüber hinaus soll die Erinnerung an die Opfer einen festen Platz im öffentlichen Raum erhalten. Deshalb hat die balearische Regierung die betroffenen Gemeinden kontaktiert und ihnen ihre Unterstützung bei der Umsetzung der Gedenkorte angeboten.

Eivissa einzige Gemeinde auf Ibiza

In Ibizas Inselhauptstadt Eivissa hat die Landesregierung dem Rathaus bereits die notwendigen Informationen zur Verfügung gestellt, damit die gemeinsame Planung beginnen kann. Wo der Gedenkort entstehen soll, ist nach offizieller Aussage aber noch offen. Möglich wäre ein Ort, der unmittelbar mit den Bombenangriffen verbunden ist. Es kann aber ebenso ein anderer öffentlicher Platz gewählt werden, sofern er dem Gedenken gerecht wird und ausreichend sichtbar und zugänglich ist.

Das Konzept geht auf die Mauer der Würde zurück, die im Juli in Palma eingeweiht wurde. Die Landesregierung will das Erinnerungsprojekt nun auf weitere Gemeinden ausweiten, in denen Opfer der Bombardierungen dokumentiert sind.

Neben Eivissa hat die Regierung deshalb auch die Rathäuser von Artà, Inca, Santa Maria del Camí, Ses Salines und Sóller auf Mallorca sowie Maó auf Menorca angeschrieben. Auch dort sollen gemeinsam geeignete Standorte für die Gedenkmauern gefunden und die weiteren Schritte vorbereitet werden.

 

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