Die balearische Regierung hat den Flughafenbetreiber Aena aufgefordert, die Einleitung gereinigter Abwässer aus der Kläranlage des Flughafens Ibiza in einen nahegelegen Sturzbach einzustellen. Die Maßnahme sei vorsorglich angeordnet worden, teilte die für Wasserressourcen zuständige Behörde mit.
Die Einleitung in den Sturzbach Torrent des Cirer, der durch den Naturpark Ses Salines führt und am Kiesstrand Es Codolar ins Meer mündet, sei „derzeit nicht genehmigt“, teilten die Behörden mit.
Grenzwerte deutlich überschritten
Damit reagiert die Regierung auf Beschwerden über mögliche Abwasserverunreinigungen, die sich seit Juli häufen. Am zurückliegenden Wochenende waren erneut Bilder aus dem Bachbett in unmittelbarer Strandnähe veröffentlicht worden, auf denen eine grünliche, übel riechende Schicht auf dem Wasser zu sehen war.
Die Behörden haben inzwischen ein Verfahren eingeleitet. Noch ausstehende Laborergebnisse von Wasserproben, die Ende Juli von Umweltbeamten und im August von der Umwelteinheit Seprona der Guardia Civil genommen wurden, sollen nun Aufschluss über die Ursache der Verunreinigung geben.
Der Fall war Anfang August öffentlich geworden, nachdem mehrere Umwelt- und Anwohnerorganisationen Analysen eines zugelassenen Labors vorgelegt hatten. Demnach wiesen Wasserproben aus dem Umfeld der Flughafenkläranlage eine erhebliche Belastung mit Fäkalkeimen auf. Einzelne Werte hätten die zulässigen Grenzwerte um das bis zu 17-Fache überschritten, erklärten die Organisationen.
Kein Strandsperrung geplant
Die Gemeinde Sant Josep sperrte daraufhin am 7. August vorsorglich einen Abschnitt des Strandes Es Codolar. Dort waren erhöhte Konzentrationen von E. coli und intestinalen Enterokokken festgestellt worden. Nach weiteren Untersuchungen wurde der Strand vier Tage später wieder zum Baden freigegeben.
Eine erneute Sperrung ist nach Rathausangaben bislang nicht geplant. Das beanstandete Wasser komme mit dem Meer nicht in Kontakt, gab die Gemeindeverwaltung bekannt. Die letzte Untersuchung habe zudem eine „einwandfreie Badewasserqualität“ ergeben. In dieser Woche sollen erneut Proben genommen werden.
Aena erklärte, mit den zuständigen Behörden „vollumfänglich“ zusammenzuarbeiten. Unabhängig von dem aktuellen Streit hatte der Flughafenbetreiber bereits eine Modernisierung der Anlage beschlossen. Zudem soll die Kapazität der Kläranlage deutlich erhöht werden.





