Ein Sturz aus vier Metern Höhe, eine schwer zugängliche Steilküste und schließlich ein Rettungs-Jetski: Bei Es Caló des Mort auf Formentera ist am Dienstag ein Mann verunglückt und anschließend auf dem Seeweg abtransportiert worden. Er wurde mit Kopfverletzungen und Schmerzen an der Halswirbelsäule in ein Krankenhaus gebracht.
Der Notruf ging nach Angaben des Inselrats von Formentera um 11.15 Uhr bei der Rettungszentrale 112 ein. Als die Feuerwehr am Unfallort eintraf, wurde der Mann bereits von einem Rettungsschwimmer versorgt, der mit einem Jetski zu ihm gelangt war. Sanitäter des 061 stellten ein Schädeltrauma und Beschwerden im Nackenbereich fest. Vorsorglich legten sie dem Verletzten eine Halskrause an.
Da die Unfallstelle auf dem Landweg nur schwer erreichbar war, entschieden die Einsatzkräfte, den Mann mit dem Rettungs-Jetski über das Meer zu evakuieren. Er wurde bis in die Nähe des Hotels Riu La Mola gebracht und dort an einen Rettungswagen mit medizinischem Personal übergeben.
Todesfall im Sommer 2024
Wie es zu dem Sturz kam, war zunächst nicht bekannt. Der Unfall ereignete sich in einem Küstenabschnitt, vor dessen Gefahren seit Jahren gewarnt wird. Besucher halten sich oft direkt unter Felsüberhängen auf, um Schatten zu finden.
Der Inselrat hatte den oberen Zugang nach Es Caló des Mort bereits im Juli 2024 wegen eines „hohen Unfallrisikos“ gesperrt. Ein damaliger Bericht der Küstenbehörde warnte vor Felsüberhängen aus weichem Marès-Stein, einem auf den Balearen sehr verbreiteten Sandstein.
Wenige Tage zuvor war ein zweimonatiges Mädchen bei Es Copinar ums Leben gekommen, nachdem sich eine Felskante gelöst und das Kind und seinen Vater unter dem Überhang begraben hatte. Auch nach heftigen Regenfällen im Oktober 2025 wurden Teile des Küstenwegs wegen erhöhter Einsturz- und Steinschlaggefahr gesperrt. Trotz dieser Vorgeschichte ist der Abschnitt auch in diesem Sommer stark frequentiert.





