Auf Ibiza und Formentera sind am Donnerstag 34 Migranten in drei Gruppen aufgegriffen beziehungsweise gerettet worden. Gleichzeitig nahm die Nationalpolizei auf Ibiza 14 Menschen fest, die im Juli neun Flüchtlingsboote mit insgesamt 154 Migranten gesteuert haben sollen.
Am Donnerstagmorgen wurde zunächst ein Boot mit elf Menschen rund sechs Seemeilen südlich von Formentera entdeckt. Die Insassen stammten nach Behördenangaben aus Ländern südlich der Sahara. Wenig später griffen Einsatzkräfte in Ses Salines auf Ibiza 17 weitere Migranten aus dem Maghreb auf. Am Abend wurden bei Pilar de la Mola auf Formentera sechs weitere Menschen entdeckt, die ebenfalls aus dem Maghreb stammten.
Damit wurden seit Wochenbeginn auf Ibiza und Formentera bereits 105 Bootsmigranten aufgegriffen. Der stärkste Tag war Dienstag mit 60 Ankünften. Seit Jahresbeginn haben nach Angaben der spanischen Regierungsvetretung auf den Balearen mehr als 200 Migranten Ibiza auf diesem Weg erreicht. Auf Formentera wurden bereits 1.789 Ankünfte registriert.
Minderjähriger Steuermann
Parallel dazu hat die Polizei Ermittlungen gegen mutmaßliche Schleuser abgeschlossen. Die 14 Festgenommenen sollen im Juli neun Boote gesteuert haben, mit denen insgesamt 154 Migranten auf die Inseln gelangten. Ihnen werden unter anderem Menschenhandel, Verstöße gegen die Rechte ausländischer Staatsangehöriger und die Förderung illegaler Einwanderung vorgeworfen. Unter den Beschuldigten ist den Behörden zufolge auch ein Minderjähriger. Mindestens drei von ihnen kamen in Untersuchungshaft.
Die Ermittler werteten unter anderem Zeugenaussagen, Fotos und Videos aus und beschlagnahmten Mobiltelefone. Dadurch sei es gelungen, die mutmaßlichen Bootsführer zu identifizieren. Einige der Festgenommenen seien bereits zuvor unter anderen Identitäten per Boot nach Spanien eingereist. Ein solcher Identitätswechsel komme unter Bootsführern dieser Art „häufig“ vor, teilte die Polizei am Donnerstag mit.





