Kunst in Ibiza-Stadt und Sant Antoni

Zwei Ausstellungen, zwei Blicke auf die Insel

Am Donnerstag, 27. August, eröffnen auf Ibiza gleich zwei neue Ausstellungen. In Sa Nostra Sala in Ibiza-Stadt zeigt der Fotograf Mohamed Chendri mit „Als meus ulls. Visió Chendri“ (Mit meinen Augen. Chendris Sichtweise) seine ganz persönliche Sicht auf die Insel. Im alten Leuchtturm „Far de ses Coves Blanques“ in Sant Antoni widmet sich die Künstlerin EL.RoL mit „Sal+“ der allgegenwärtigen Spur des Salzes im Inselleben.

Mohamed Chendri zeigt Ibiza mit anderen Augen

Die Ausstellung „Als meus ulls. Visió Chendri“ wird am Donnerstag um 20 Uhr in Sa Nostra Sala eröffnet. Zu sehen sind Porträts, Aufnahmen vom Eivissa Medieval sowie inszenierte Fotografien, die mit Perspektiven und optischen Täuschungen spielen.

Das Besondere: Chendris Bilder entstehen nicht durch digitale Manipulation. Er entwickelt die Idee zunächst im Kopf, baut die Szene real auf und fotografiert sie anschließend.

„Ich stelle mir das Bild zuerst vor und suche dann nach einer Möglichkeit, es Wirklichkeit werden zu lassen. Was man auf dem Foto sieht, ist tatsächlich vor der Kamera passiert“, erklärte Chendri bei der heutigen Präsentation.

Die Ausstellung „Als meus ulls. Visió Chendri“ zeigt Chendris besondere Bildsprache – mit inszenierten Perspektiven, optischen Täuschungen (alles ohne digitale Manipulation) und Motiven, die Alltagsszenen auf Ibiza überraschend neu erscheinen lassen. Foto: IbizaHEUTE/Thomas Hofmann

Vom 20-Euro-Fotoapparat zur Berufung

Mohamed Chendri wurde 1988 in Bab Taza in Marokko geboren und kam mit zwölf Jahren nach Ibiza. Seine ersten Berührungspunkte mit Fotografie hatte er bereits als Kind über die analogen Kameras seines Vaters.

Später kaufte er auf dem Flohmarkt von Sant Jordi eine alte Digitalkamera für 20 Euro. Daraus entwickelte sich nach und nach eine Leidenschaft, die schließlich zum Beruf wurde.

Seit 2023 zeigt Chendri über kurze Videos in den sozialen Netzwerken auch, wie seine Bilder entstehen. Inzwischen folgen ihm dort rund 474.000 Menschen.

Seine Motive sind eng mit Ibiza verbunden. Chendri richtet seine Kamera auf die Landschaften, Menschen und Traditionen der Insel und hält ebenso große Feste wie alltägliche Szenen fest. Zu seinen Arbeiten gehören Aufnahmen vom Eivissa Medieval, vom Karneval, von den Umzügen der Heiligen Drei Könige und vom Ball Pagès ebenso wie Porträts und Landschaftsbilder.

Video: IbizaHEUTE/Thomas Hofmann

„Eine andere Sicht auf ein Ibiza, das wir alle kennen“

Miquel Costa, Direktor für Kultur des Consell d’Eivissa, hob bei der Präsentation die besondere Handschrift Chendris hervor. Der Fotograf zeige „eine andere Sicht auf ein Ibiza, das wir alle kennen, das wir durch seine Augen und seine Fantasie aber neu entdecken“. Zugleich würdigte Costa Chendris enge Verbindung zur Insel, zu ihren Menschen, Traditionen und Landschaften. Eine Auswahl seiner Arbeiten wurde inzwischen in den Bestand des Bild- und Tonarchivs des Consell d’Eivissa (Arxiu d’Imatge i So des Consell d’Eivissa) aufgenommen.

Die Ausstellung zeigt neben den Fotografien auch ein Video über Chendris Arbeitsweise sowie einige der Gegenstände, die er für seine Inszenierungen verwendet. Neben Farbfotografien sind auch Schwarz-Weiß-Arbeiten zu sehen.

Für den Fotografen markiert die Schau zugleich einen Wendepunkt: 2026 hat er seine bisherige berufliche Tätigkeit in einer Malerwerkstatt beendet, um sich vollständig der Fotografie zu widmen und auch als Bildreporter zu arbeiten.

Die Ausstellung ist vom 28. August bis 19. September geöffnet: montags bis freitags von 10 bis 13.30 Uhr und 17.30 bis 20.30 Uhr, samstags von 10.30 bis 13.30 Uhr.

Fotograf Mohamed Chendri (l.), Miquel Costa, Direktor für Kultur des Consell d’Eivissa, und Lina Sansano, Mitarbeiterin für Kultur und Kulturerbe des Consell d’Eivissa, bei der Präsentation der Ausstellung „Als meus ulls. Visió Chendri“ in Sa Nostra Sala. Foto: IbizaHEUTE/Thomas Hofmann

„Sal+“ im Far de ses Coves Blanques

Bereits um 19.30 Uhr eröffnet am selben Abend im Far de ses Coves Blanques in Sant Antoni die Ausstellung „Sal+“ der Künstlerin EL.RoL.

Im Mittelpunkt steht die Frage, wie stark die Insel vom Salz geprägt ist – sichtbar und unsichtbar. Für die Künstlerin findet es sich nicht nur auf Haut, Haaren, Kleidung und Gegenständen, sondern ebenso in Häusern, Straßen, Landschaften und Erinnerungen.

Salz als Verbindung zwischen Landschaft und Erinnerung

Der Titel „Sal+“ lässt das Pluszeichen bewusst offen. Es steht für all das, was sich mit dem Salz verbindet: Landschaft, Erinnerung, Zeit, Material und Leben.

Gezeigt werden Skulpturen und Gemälde aus unterschiedlichen Werkphasen und Serien. Trotz verschiedener Techniken und Ausdrucksformen verbindet die Arbeiten ein gemeinsamer Nenner: die salzhaltige Umgebung, in der sie entstanden sind.

Damit wird das Salz zum roten Faden einer Ausstellung, die sich mit dem Verhältnis zwischen künstlerischer Arbeit und dem Leben auf einer Insel auseinandersetzt.

„Sal+“ ist bis zum 19. September geöffnet. Die Besuchszeiten sind dienstags bis freitags von 18 bis 21 Uhr, samstags von 10 bis 14 Uhr und 18 bis 21 Uhr. Sonntags, montags und an Feiertagen bleibt die Ausstellung geschlossen.

Plakat der Ausstellung Sal+. Foto: Rathaus Sant Antoni

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